„Wir stehen vor einem großen Cut: In den nächsten zwei Jahren wird eine brutale Bereinigung der Flächenüberversorgung beginnen“, erklärte Günter Althaus. „Es wird immer weniger Kunden geben, die den Weg in unsere Geschäfte finden, ohne spezielle Anreize hierfür erhalten zu haben. Das bedeutet nichts anderes, als dass die Gewinnung von Kunden in unseren Geschäften aufwändiger wird, mehr Intelligenz und vor allem höhere Kommunikationsgeschwindigkeit erfordert. Mit monatlichen Prospekten, gelegentlichen Veranstaltungen oder netten Schaufenstergestaltungen ist es nicht mehr getan“, so der Vorstandsvorsitzende ANWR Group weiter.
Die größte Herausforderung für den Handel sei jedoch nicht die wegbrechende Frequenz, nicht der Preiswettbewerb und auch nicht der ein oder andere unangenehme Feind. „Unsere größte Herausforderung ist die Veränderungsgeschwindigkeit. Und das in einer Branche, die nicht gerade von großer Dynamik in Sachen Innovation geprägt ist. Weder auf Seiten der Industrie, noch auf Seiten des Handels.“ Nur in der Kooperation, in der Gemeinschaft mit anderen, im Austausch untereinander und unter Bündelung aller Kräfte, Mengen und Intelligenz sei es möglich, gegenzusteuern.
Das Abrechnungsvolumen der ANWR Group zeigte im Jahr 2014 mit +5,5 % auf 8,2 Mrd. EUR eine positive und planmäßige Entwicklung, berichtete Finanzvorstand Frank Schuffelen. Auf die Eigenverbünde aus den Handelssegmenten Schuhe, Sport und Lederwaren entfiel dabei ein Plus von 6,2%, auf den Bereich Finanzdienstleistung ein Plus von 5,1%. „Die regionale Zusammensetzung des Abrechnungsvolumens zeigt in den Kernmärkten Deutschland, Belgien, Frankreich und Schweiz eine zum Teil sehr gute Entwicklung. Anders in den Niederlanden, das sich aus ANWR Sicht immer noch nicht nachhaltig von der zurückliegenden Wirtschaftskrise erholt hat“, so Frank Schuffelen.
Das Finanzergebnis habe sich insbesondere auf Grund der rückläufigen Marktzinsen von +1,7 auf 0,4 Mio. Euro reduziert. Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit habe sich um 3,0 oder + 45% auf 9,6 Mio. Euro erhöht. „Der Jahresüberschuss des Konzerns lag mit 4,5 Mio. Euro ebenfalls deutlich über dem Niveau des Vorjahres“, erklärte Frank Schuffelen in Prag.
Eine ausführliche Berichterstattung aus Prag lesen Sie in schuhkurier Ausgabe 26/2015.