Im Rahmen der Veranstaltung wurden seitens des ANWR-Vorstands u.a. Zahlen zum Unternehmen Mücke präsentiert. In den ersten neun Monaten des Jahres 2015 hat die Mücke-Gruppe nach Angaben von ANWR-Finanzvorstand Frank Schuffelen ihren Umsatz um 17,3% auf 69,0 Mio. Euro gesteigert. Zu diesem Umsatzplus haben vor allem die neuen Standorte in Rödental, Fürth und Bayreuth sowie eine Sortimentserweiterung in Regensburg beigetragen, so Schuffelen.
Details zum Konzept ’Retail Logistics‘
Der ANWR-Vorstandsvorsitzende Günter Althaus erläuterte während der aoGV den Zusammenhang zwischen dem Beteiligungskonzept und Retail Logistics. Die Mücke-Gruppe bringe relevante Bestellmengen, Lieferantenverbindungen und Zusatzsortimente in das neue Angebot ein. Es gebe sehr viele Gründe, dass Mücke in den Reihen der ANWR Group bleibt, so Althaus. Retail Logistics diene dazu, optimierte Bestell- und Lieferprozesse zwischen Handel und Industrie, gebündelte Einkaufskraft der Gemeinschaft und größere Angebots- und Servicevielfalt bei den teilnehmenden Händlern sicher zu stellen.
Im Rahmen einer Umfrage, an der Anfang November 250 Mitglieder teilgenommen hatten, ergab sich seitens der Händler Zustimmung zum Konzept Retail Logistics. In weiteren Schritten sollen nun das Leistungsangebot formuliert und ein Preis- und Vertragsmodell ausgearbeitet werden. Auch die Auswahl von Logistikpartnern sowie die Einholung von Teilnahmeerklärungen stehen laut Verbundgruppe an. In dieser Vorbereitungsphase sollen Prozesse und Technologie zur optimalen Warensteuerung im neuen Logistikcenter der Mücke-Gruppe in Scheßlitz getestet werden.
Fakten zum Beteiligungsmodell
Weiterhin wurden während der Veranstaltung Details zum Beteiligungsmodell erörtert. Demnach wird die ANWR 1. System GmbH, die derzeit die Anteile an der Mücke-Gruppe hält, in die Mücke Beteiligungs AG umgewandelt. An dieser Gesellschaft können sich die Mitglieder der ANWR Group eG und interessierte Anleger beteiligen. Kern der AG sind laut ANWR die 13 Standortgesellschaften der Mücke-Gruppe.
Das Aktienkapital soll je zur Hälfte in vinkulierte Stammaktien und in stimmrechtslose Vorzugsaktien aufgeteilt werden. Während die Anzahl der zu erwerbenden Stammaktien auf ein Volumen von maximal ca. 250.000 Euro pro Mitglied begrenzt bleiben soll, soll es für die Vorzugsaktien keine Begrenzung geben. Der genaue Preis je Aktie soll nach der Bewertung des Unternehmens, die wahrscheinlich Ende 2016 erfolgen soll, bekanntgegeben werden. Die Stammaktien werden ausschließlich Mitglieder der ANWR Group eG zeichnen können; die stimmrechtslosen Vorzugsaktien stehen auch anderen interessierten Anlegern zum Erwerb offen. Die ANWR Group eG werde einen stimmberechtigten Anteil der Stammaktien von 25,1% an der AG halten, die Mitglieder sollen entsprechende Aktien in Höhe von 74,9% der Anteile zeichnen, teilt die Verbundgruppe weiter mit. In den Aufsichtsrat der AG sollen die Aktionäre aus dem Mitgliederkreis vier Vertreter wählen; zwei Vertreter wird die ANWR Group eG entsenden. Dem Vernehmen nach soll für die Genossen auch eine Finanzierungsmöglichkeit durch die DZB-Bank vorgestellt worden sein.
Diskussion und Abstimmung
Im Anschluss an die Informationen durch den Vorstand hatten die ANWR-Mitglieder Gelegenheit zur Diskussion. Diese wurde nach Meinung von Teilnehmern überwiegend sachlich geführt; es seien aber auch kritische Punkte angebracht worden.
In der Abstimmung dann sprach sich laut Teilnehmern eine deutliche Mehrheit der Genossen (136 Stimmen) für das vorgestellte Beteiligungsmodell der ANWR Group aus. Es soll 48 „Nein”-Stimmen und eine Enthaltung gegeben haben.
Nach Angaben der ANWR waren bei der aoGV 150 Mitglieder der Genossenschaft anwesend, die wiederum 35 Vollmachten vertraten. Insgesamt konnten damit 185 Stimmrechte ausgeübt werden. Weiterhin waren 58 Gäste bei der aoGV dabei.
Weitere Schritte
Mit Beginn des Jahres 2016 soll seitens der ANWR bei den Mitgliedern die grundsätzliche Bereitschaft, Aktien zu zeichnen, abgefragt werden. Bis zur Generalversammlung in Rotterdam im kommenden Sommer (19. – 21. Juni) soll es hier Ergebnisse geben. Die Gesellschaft soll dann im Sommer entstehen. Zeichnet sich ab, dass das notwendige finanzielle Volumen – die Rede ist von insgesamt 40 Mio. Euro – nicht zustande kommt, werden, so die ANWR, „die Mitglieder im Rahmen der Generalversammlung im Juni in Rotterdam über weitere Schritte entscheiden.“
Sollte es die notwendige Zahl an Absichtserklärungen geben, soll im ersten Quartal 2017 die Zeichnung von Aktien möglich sein.