schuhkurier: Herr Althaus, hat die ANWR mit der Übernahme des Unternehmens Mücke also doch den Paradigmenwechsel vollzogen und betreibt eigenen Retail?
Hier muss ich klar widersprechen. Wir sind zwar jetzt und bis auf weiteres Eigentümer des Unternehmens, jedoch sozusagen kommissarisch. Ziel ist es, den Fachhandel und im Besonderen die Mitgliedsunternehmen der ANWR Group zu stärken. Das geht über ein Beteiligungsmodell. Hierfür liegen aktuell verschiedene Alternativen vor, die mit dem Aufsichtsrat diskutiert werden. Wichtig ist uns festzuhalten, dass das Unternehmen Mücke nicht in die ANWR integriert wird. Es bleibt ein eigenständiger Player im Markt.
Laut Presseerklärung bleibt Thomas Mücke in der Geschäftsführung des Handelsunternehmens. Wird die Geschäftsführung aus dem Kreise der ANWR ergänzt?
Ja. Das ist aufgrund der nun neuen Gesellschaftersituation natürlich sinnvoll. Eine entsprechende Personalie werden wir in einiger Zeit bekannt geben.
Dem Vernehmen nach wird Thomas Mücke die Geschäftsführung noch einige Jahre inne haben. Was folgt danach?
Wir haben ausreichend Zeit, ein Management aufzubauen, das die Nachfolge von Thomas Mücke antreten kann. Denkbar sind hier zum Beispiel auch Personen aus der zweiten Reihe bei Mücke, die mit hochkompetenten Führungskräften besetzt ist.
Die ANWR-Genossen standen dem Thema ‘eigener Retail’ vielfach kritisch gegenüber. Haben die Fink-Insolvenz und die nachfolgenden Entwicklungen unter Umständen dazu beigetragen, hier auch ein Umdenken zu bewirken?
Selbstverständlich beobachten die Mitglieder unseres Aufsichtsgremiums die Marktentwicklungen. Das bezieht sich nicht allein auf Fink. Auch der Einstieg eines Finanzinvestors bei Görtz beispielsweise ist ein Thema von hohem Interesse. Sicherlich spielen derlei Entwicklungen bei Entscheidungen dieser Tragweite eine Rolle. Ein Einstieg eines Finanzinvestors bei Mücke etwa hätte erhebliche Marktveränderungen nach sich gezogen. Das galt es zu verhindern. Und so hat unser Aufsichtsrat entschieden.
Mücke verfügt über einen hohen Textilanteil und ist mit diesem Segment auch Mitglied der Textilverbundgruppe Katag. Ein Problem?
Nein. Ganz und gar nicht. Ich habe immer gesagt, dass Schuh und Textil zusammenwachsen müssen und werden. Und dass dies auch bei uns vollzogen werden muss. Außerdem gibt es keine Berührungsängste zwischen der Katag uns uns.
Das vollständige Interview mit Günter Althaus sowie weitere Details zur Übernahme von Mücke durch die ANWR Group lesen Sie in schuhkurier Ausgabe 23.