Laut Medienberichten hat Arche aktuell mit Liquiditätsproblemen zu kämpfen und kann Forderungen nicht mehr vollumfänglich erfüllen. Aus diesem Grund habe man sich proaktiv entschieden, eine Art Schutzschirm in Anspruch zu nehmen, erläutert Geschäftsführer Frédéric Jacob gegenüber schuhkurier. Als Gründe gibt das Unternehmen eine rückläufige Nachfrage aufgrund der schleppenden Konjunktur in Frankreich an. Seit 2018 häuften sich die Schwierigkeiten. Auch international gebe es Herausforderungen. Gleichwohl wertet Jacob die nun genehmigte Unterstützung als gute Nachricht, denn sie zeige, dass es Vertrauen in das Potenzial des Unternehmens gebe. Arche habe in den zurückliegenden Jahren seine Umsätze steigern können, so Jacob.
Der weitaus größte Teil – 80% – der Produktion wird exportiert, und das in immerhin 36 Länder. In einigen dieser Märkte habe es ebenfalls Rückgänge gegeben. So sei beispielsweise der US-amerikanische Markt derzeit herausfordernd, erläuterte Jacob. Zugleich sei man seit Jahrzehnten erfolgreich in Japan und sehe eine positive Entwicklung in Märkten wie Australien und Neuseeland. In Deutschland sei man klar im Premium-Segment positioniert und arbeite mit Händlern dieses Bereichs seit Jahren vertrauensvoll zusammen. Auf der anderen Seite schlagen gestiegene Kosten für Energie und Rohstoffe zu Buche.
Anfang Februar wurde das Unternehmen zunächst unter gerichtliche Aufsicht gestellt. Forderungen und Zahlungsfristen sind eingefroren; die Auszahlung der Löhne ist zunächst sichergestellt.
Die Unternehmensleitung gibt sich zuversichtlich, dass das Verfahren zu einem guten Ende geführt werden kann. Man werde den bereits eingeschlagenen Weg in Richtung Premium Wholesale und E-Commerce weiter fortführen, so Frédéric Jacob. Parallel soll auch die Kollektion modisch weiterentwickelt werden. In der vergangenen Saison hat Arche beispielsweise so genannte „Neo Sneaker“ auf den Markt gebracht, die in typischer Arche-Optik alle Komfort-Elemente des Sneakers enthalten.
Das Unternehmen Arche wurde im Jahr 1968 gegründet und befindet sich heute in dritter Generation in Familienhand. Arche-Schuhe sind aus außergewöhnlich weichen, hochwertigen Materialien gefertigt und haben eine individuelle Handschrift. Die Modelle werden zu VK-Preisen zwischen 200 und 600 Euro im Schuh- und Modehandel verkauft. Das Unternehmen führt auch 38 eigenen Läden – davon 16 in Frankreich. Am Unternehmenssitz im Loire-Tal werden die Kollektionen entwickelt; hier und in weiteren europäischen Ländern wird produziert. Rund 50 neue Designs kommen laut dem Unternehmen jede Saison auf den Markt.