Es war eine besorgniserregende Nachricht, die im Februar dieses Jahres durch die Schuhbranche ging: Arche, Schuhhersteller aus dem Loire-Tal und Spezialist für butterweiche Schuhe mit besonderer Attitüde, musste sich in ein Schutzschirm-Verfahren begeben. Noch bis mindestens Februar 2025 wird Arche in dem Prozess bleiben; möglicherweise, so erläuterte Generaldirektor Frédéric Jacob gegenüber schuhkurier, noch drei bis sechs Monate länger. In diesem Zeitraum muss das Unternehmen regelmäßig nachweisen, dass es seine Prognosen erfüllt. „Wir sind absolut in einer Linie mit unseren Zielen, wir haben keine Schulden bei Lieferanten. Das Unternehmen hat eine Zukunft“, betont Jacob.
In den zurückliegenden Monaten hat der Schuhhersteller laut dem Generaldirektor seine Strukturen neu justiert und an der Strategie gearbeitet. So wurden von insgesamt elf in Eigenregie geführten Stores sechs geschlossen. Drei Geschäfte in Paris sowie je ein Store in Straßburg, Nantes und Bordeaux werden weitergeführt. Der eigene Webshop, 2018 gelauncht, ist stärker in den Fokus gerückt. Die Zusammenarbeit mit dem Handel wurde insbesondere in Deutschland und in den Benelux-Ländern ausgebaut. „Wir liefern unseren Kunden im Handel Schuhe, bieten aber auch hochwertige weitere Services wie Content und Marketing-Material“, erklärt Frédéric Jacob.
Stärkung des B2B-Business
Künftig will Arche mit einem Omnichannel-Ansatz wachsen.Der D2C-Anteil am Umsatz liegt aktuell bei rund 25%, wobei das französische Unternehmen Erkenntnisse aus dem Direct-to-Consumer-Geschäft auch nutzen will, um die Kollektionen weiterzuentwickeln. „Dieser Kanal dient dazu, unsere Konsumentinnen und Konsumenten besser zu verstehen“, sagt Jacob. „Wir werden weiter unser B2B-Business stärken und unseren Partnern im Handel Premiumprodukte und zusätzliche attraktive Leistungen bieten.“ Das Prädikat „Premium“ ist dem Manager wichtig. „Für ein Unternehmen wie Arche ist es bedeutend, dass es als Premiummarke verstanden wird“, erklärt Jacob: „Wir achten auf Qualität und feinste Verarbeitung. Wir sind Experten für Schuhfertigung. Unsere Produkte sind in Europa gefertigt. Wer unsere Schuhe kauft, tätigt ein Investment, das von langer Dauer ist.“
An den Kollektionen habe das Unternehmen bereits gearbeitet und für F/S 2025 eine Reihe von Neuheiten entwickelt. Diese kommen laut CEO Catherine Hélaine, Tochter der Firmengründer, gut im Handel an. Die Unternehmerin sieht bei den Verbraucherinnen und Verbrauchern einen Trend hin zu mehr Qualität und Individualität: „Die Menschen überdenken ihre Art zu kaufen. Viele Konsumenten kommen zurück zu uns, weil sie die Nase voll haben von weißen Sneakern.“ Der Weg für die Zukunft von Arche ist laut Frédéric Jacob geebnet: „Warum wir zurückkommen? Weil wir ein gutes Angebot haben, ein Produkt made in France, eine gute Lieferqualität und attraktive Services.“