Denn „eine solche Verpflichtung würde bedeuten, dass Bekleidung für breite Bevölkerungsschichten unerschwinglich wäre. "Von den Folgen für die Arbeitsplätze im deutschen Textilhandel und in der Produktion in den Lieferländern ganz zu schweigen."
AVE – Umsetzung praktisch gar nicht möglich
Eggert begründet seinen Einwand damit, dass die Lieferketten so verzweigt und komplex seien, dass es praktisch gar nicht möglich sei, jede Stufe des Produktionsprozesses lückenlos zu überwachen. „Der Ruf nach immer stärkerer Kontrolle mag sich gut anhören, ist aber völlig realitätsfern.“
Dass der Modehandel eine Mitverantwortung für die sozialen Verhältnisse den Lieferländern mittrage, stehe für Eggert außer Frage. So würden undurchführbare Vorschriften aber nur noch zu mehr Etikettenschwindel führen. „Nur wenn bei den Verantwortlichen vor Ort das Bewusstsein für gute Arbeitsbedingungen wächst, werden sich die Arbeitsbedingungen wirklich nachhaltig verbessern", so Eggert weiter. Diesen Prozess könne der Handel fördern und begleiten, „was er mit der von der AVE initiierten Business Social Compliance Initiative (BSCI) seit über zehn Jahren bereits tut“.