Die Appellando GmbH wurde 2023 gegründet und startet im April 2024 das erste Pilotprojekt. Die 100-prozentige Tochter des EHI Retail Institutes soll ein neutrales System zur Verfügung stellen, mit dem Mitarbeitende in Anbau- und Produktionsbetrieben zukünftig auf Missstände bei Sozial- und Umweltstandards in ihren Betrieben hinweisen können. In einem Multi-Stakeholder-Rahmen hat Appellando seit Gründung nach eigenen Angaben über 35 Unternehmen und Organisationen als Partner gefunden.
Zunächst wird die Plattform im Produktionskreislauf von Obst und Gemüse in Spanien getestet. Langfristig soll das System über Unternehmen, Waren, Branchen, Sektoren und Regionen hinweg anwendbar sein. Gemeinsam mit Handelsunternehmen sollen Beschwerdemechanismen harmonisiert werden, um einen besseren Schutz von Menschenrechten und Umwelt in Lieferketten zu gewährleisten. „Wir brauchen eine gemeinsame Aktion und einheitliche Standards, weil es zu aufwändig für die Handelsunternehmen ist, wenn nicht unmöglich, mit den vielen unterschiedlichen Formaten umzugehen“, erklärt Dr. Kristian Möller, der die GmbH als Geschäftsführer leitet.
Appellando soll eine Lösung für das deutsche Lieferketten-Sorgfaltspflichtengesetz (LkSG) und die europäische Richtlinie Corporate Sustainability Due Diligence Directive (CSDDD) sein, nach denen künftig Unternehmen ab einer gewissen Größe ihren Mitarbeitern Zugang zu Beschwerdemechanismen gewährleisten müssen. Der Gesetzgeber begrüße dabei laut Appellando ausdrücklich branchenweite Lösungen statt individuellen Unternehmenslösungen.