Im ersten Halbjahr 2026 sank der Umsatz der deutschen Schuhindustrie gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 2,4 % auf 1,14 Mrd. Euro. Der Inlandsumsatz gab um 2,8 % nach, das Auslandsgeschäft blieb mit -0,8 % vergleichsweise stabil. In der Lederwaren- und Reisegepäckindustrie gingen die Umsätze insgesamt um 1,1 % zurück. Auch hier entwickelte sich das Auslandsgeschäft mit – 0,6 % robuster.
Wie wichtig internationale Beziehungen sind, machte Dirk Augustin, Generalkonsul der Bundesrepublik Deutschland in Mailand, deutlich. Er verwies darauf, dass rund jeder vierte Arbeitsplatz in Deutschland direkt oder indirekt vom Export abhängt. „Durch diese Abhängigkeit ist Handel wichtiger denn je“, betonte Augustin.
Gerade Deutschland und Italien seien eng miteinander verflochten. Deutschland ist Italiens wichtigster Handelspartner; die italienische Außenhandelskammer beziffert das bilaterale Handelsvolumen für 2025 auf mehr als 157 Mrd. Euro. Rund 1.700 deutsche Unternehmen sind demnach in Italien tätig.
Auch in der Schuh- und Lederwarenbranche zeigt sich diese Verbindung. Italien war im ersten Halbjahr 2026 nach China der zweitwichtigste Lieferant von Lederwaren, Gepäck und Reiseartikeln nach Deutschland. Der Importwert stieg um 1,7 % auf 271,9 Mio. Euro. Bei Schuhen entwickelte sich der Handel dagegen rückläufig: Deutschland importierte 10,2 Mio. Paar aus Italien, 17,5 % weniger als im Vorjahreszeitraum. Die deutschen Schuhexporte nach Italien sanken um 23,6 % auf 11,9 Mio. Paar.