Die deutsche Schuhindustrie hat von Januar bis Juni 2026 einen Umsatz von 1,14 Mrd. Euro erzielt. Das entspricht einem Rückgang von 2,4 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Im Inland sank der Umsatz um 2,8 % auf 903 Mio. Euro, während das Auslandsgeschäft mit einem Minus von 0,8 % auf 240 Mio. Euro nahezu stabil blieb.
Auch die Lederwaren- und Reisegepäckindustrie verzeichnete einen leichten Umsatzrückgang. Die Erlöse sanken um 1,1 % auf 233,3 Mio. Euro. Davon entfielen 162,5 Mio. Euro auf das Inland, 1,3 % weniger als im Vorjahr. Der Auslandsumsatz gab um 0,6 % auf 70,8 Mio. Euro nach.
Die Beschäftigtenzahlen entwickelten sich ebenfalls rückläufig. In Schuhunternehmen mit mindestens 50 Beschäftigten sank die Zahl der Mitarbeitenden um 3,2 % auf 8.943. Unter Einbeziehung kleinerer Unternehmen beschäftigt die Branche nach Angaben des Bundesverbands der Schuh- und Lederwarenindustrie HDS/L rund 15.500 Menschen. In der Lederwarenindustrie ging die Zahl der Beschäftigten in größeren Unternehmen um 11,1 % auf 760 zurück. Insgesamt schätzt der Verband die Beschäftigtenzahl des Segments auf etwa 2.300.
Preise und Außenhandel:
- Die Erzeugerpreise für Schuhe stiegen im ersten Halbjahr um 1,5 %, die Verbraucherpreise um 1,2 %.
- Deutschland exportierte 191,2 Mio. Paar Schuhe im Wert von 5,3 Mrd. Euro. Die Menge sank um 0,4 %, der Wert um 0,7 %.
- Die Schuhimporte gingen um 6,8 % auf 366 Mio. Paar zurück. Der Importwert sank um 9,8 % auf 6,1 Mrd. Euro.
- China blieb mit einem Anteil von 42,4 % wichtigstes Lieferland. Die Einfuhren aus China sanken um 3,5 % auf 155,2 Mio. Paar.
- Die Exporte in die USA legten um 22,6 % auf 11,9 Mio. Paar zu. Rückgänge gab es unter anderem in Italien und Frankreich.
Aus Sicht des HDS/L gewinnen internationale Märkte angesichts der schwierigen Lage in Deutschland weiter an Bedeutung. „Deutsche Schuhe und Lederwaren genießen im Ausland einen guten Ruf – diesen müssen wir fördern und unsere internationalen Kontakte weiter stärken“, sagt Torben Schütz, Geschäftsführer des HDS/L.
Für die kommenden Monate bleibt der Verband vorsichtig. Gedämpfter Konsum, hohe Kosten, geopolitische Spannungen und Handelskonflikte belasteten Hersteller und Marken. Hinzu kommen längere Transportwege sowie steigende Logistik-, Energie- und Rohstoffkosten.
Zusätzlichen Aufwand erwartet der HDS/L durch die nationale Umsetzung der überarbeiteten EU-Abfallrahmenrichtlinie. Die geplante erweiterte Herstellerverantwortung für Textilien und Schuhe soll Unternehmen unter anderem an den Kosten für Sammlung und Verwertung gebrauchter Produkte beteiligen. Die Branche unterstützt nach eigenen Angaben das Ziel einer stärkeren Kreislaufwirtschaft, fordert aber eine harmonisierte und möglichst unbürokratische Umsetzung. Chancen sieht der Verband weiterhin bei Produkten, die Funktionalität, Qualität, Design und Langlebigkeit miteinander verbinden.