Torben Schütz, Giorgio Possagno, Paolo Borghini, Claudia Schulz auf der Pressekonferenz des HDS/L (Foto: Redaktion)
Auf der HDS/L-Pressekonferenz am Stand in Halle 4 stand die Rolle der Micam als internationale Branchenplattform im Mittelpunkt. Claudia Schulz und Torben Schütz (HDS/L) diskutierten dort gemeinsam mit Dirk Augustin, Generalkonsul der Bundesrepublik Deutschland in Mailand, Micam-Managing-Director Paolo Borghini und Giorgio Passagno, Generaldirektor von Assocalzaturifici, über die aktuelle Situation der Schuh- und Lederindustrie.
Augustin hob insbesondere die Bedeutung der deutsch-italienischen Wirtschaftsbeziehungen hervor. Rund 700 deutsche Unternehmen seien derzeit in Italien vertreten. Im ersten Halbjahr 2026 war Italien der zweitgrößte Lieferant von Lederwaren für Deutschland. Der Importwert aus Italien stieg dabei um 1,7 % auf 271,9 Mio. Euro. Positiv stimmt Augustin, dass Konsumenten seiner Beobachtung nach momentan bereit seien, für gute Produkte wieder mehr Geld auszugeben. Gleichzeitig machte Schütz klar, dass sich die Branche faktisch nach wie vor in einer schwierigen Lage befindet. Sowohl Schuhe als auch Lederwaren waren im ersten Halbjahr 2026 im Vergleich zum Vorjahr im Verkauf rückläufig – Lederwaren um -1,1 %, Schuhe sogar um -2,4 %.
Borghini unterstrich vor allem die internationale Positionierung der Messe. Dieses Jahr präsentieren sich insgesamt 758 Marken, davon 380 aus dem Ausland. Die internationalen Aussteller kommen aus 29 Ländern; zudem sind Einkäufer aus rund 130 Ländern vertreten. „Wir wollen, dass die Micam der Ort ist, wo sich die Leute aus der Branche nicht nur austauschen, sondern auch über aktuelle Entwicklungen und Trends informieren.“ Trotz der schwierigen Situation im Schuhsektor blickt er optimistisch in die Zukunft: „Wir geben unser Bestes – und es wird uns gelingen, weil in diesem Sektor viel Geschichte ist.“