„Die Miete für die Überlassung des Mietgegenstandes beträgt pauschal 825.000 Euro für jede Mietzeit beziehungsweise jede Optionsmietzeit von jeweils rund vier Wochen”, heißt es im Vertrag zwischen dem Land Berlin und der Modemesse Bread & Butter.
Wie der Tagesspiegel bei der Bundesanstalt für Immobiliendienstleistungen erfahren haben will, durften dafür die Veranstalter für die Dauer der einmonatigen Modenschau auf einen großen Teil der nutzbaren Fläche zurückgreifen: auf Haupthalle und Restaurant mit Nebenflächen, auf die Flugsteige und Hangars 1 bis 7 sowie die dahinter am Rollfeld gelegenen Nebenflächen, und auch das betonierte Flugfeld vor den Hangars. Die Bread & Butter kommt somit auf eine Gesamtmietfläche von rund 61.000 qm. Zwei Mal im Jahr fand die Modemesse in Tempelhof statt. Zehn Jahre lang soll die Vereinbarung gegolten haben. Dem Vertrag nach wäre dieser noch bis April 2019 gelaufen, wenn die Insolvenz der Bread and Butter nicht in die Quere gekommen wäre.
Desweiteren schreibt der Tagesspiegel, dass sich das Land mit dem Vertrag zu weit reichenden Eingriffen und Umbauten in das Baudenkmal verpflichtet hätte. Bis zu fünf Millionen Euro soll sich der Senat bereit erklärt haben, für die Umbauten ausgeben zu wollen, die zu großen Teilen vor der ersten Messe erfolgen mussten. Ebenso sollen Rückbauten in den Hangars 5 und 7 sowie des Glaskastens in der Eingangshalle vereinbart worden sein. Eine Verbindung der Hangars untereinander wurde installiert, die Fluchtwege wurden den bauaufsichtlichen Auflagen angepasst, die Stromversorgung instand gesetzt und die Restaurantküche wieder in betriebsfähigen Zustand versetzt. Wie der Tagesspiegel weiter schreibt, mussten vor den Hangars die Rolltore abgedichtet werden, die Anlagen zur Lüftung und Beheizung der Hangars sollten instand gesetzt und der Zugang zum Rollfeld sichergestellt werden.
Was die Durchbrüche von den Hangars zu den dahintergelegenen Büros und Lageflächen betrifft, die auf eigenen Kosten der Bread & Butter durchgeführt werden durften, so zeigte sich der Berliner Senat auch hier großzügig: „Hinsichtlich dieser Maßnahmen besteht für den Mieter keine Rückbaupflicht bei Beendigung der Mietzeit.“
Laut Tagesspiegel soll die Bread & Butter rund um Messechef Karl-Heinz Müller auch in den Genuss gekommen sein, dass mit dem vereinbarten Mietzins die Nebenkosten, die innerhalb der Mietzeit anteilig auf den Mietgegenstand entfallen, abgegolten seien.