Das Traditionsunternehmen Carl Semler Schuhfabrik aus Pirmasens hat die operative Restrukturierung erfolgreich abgeschlossen. Im Rahmen des Eigenverwaltungsverfahrens haben die Gläubiger am 27. März dem Insolvenzplan einstimmig zugestimmt und damit den Fortbestand des Unternehmens gesichert.
„Im Rahmen des Eigenverwaltungsverfahrens konnte Carl Semler mit den Instrumentarien des Restrukturierungsrechts Kosten einsparen und Potentiale heben, um das Unternehmen zukunftsfähig aufzustellen“, sagt Rechtsanwalt Lukas Eisenhuth, Abel und Kollegen, der das Verfahren als Restrukturierungsberater begleitet hat.
Auch der gerichtlich bestellte Sachwalter, Rechtsanwalt Dr. Dennis Blank, hebt die transparente Umsetzung hervor: Durch die Annahme des Insolvenzplans sei zudem die bestmögliche Gläubigerbefriedigung erreicht worden.
Rückhalt sei während der Restrukturierung auch aus dem Markt gekommen. Nach Unternehmensangaben haben Geschäftspartner den Prozess unterstützt, gleichzeitig wird die neue Kollektion „am Markt sehr gut angenommen“. Die Produktion bleibt weiterhin in Deutschland und Europa angesiedelt. „Wir sind stolz, dass wir das Know-how und unsere Produktion in Deutschland und Europa mit insgesamt rund 200 Mitarbeitern erhalten konnten, sodass wir auch trotz der schwierigen gesamtpolitischen Lage weiter in gewohnt guter Qualität lieferfähig sind“, betont Geschäftsführer Jürgen Becker.
Gemeinsam mit seinem Neffen Sven Tretter soll das Unternehmen künftig in sechster Generation weitergeführt werden.
Mit der Zustimmung zum Insolvenzplan ist der entscheidende Schritt getan: Das Eigenverwaltungsverfahren soll voraussichtlich zum 30. April 2026 aufgehoben werden.