Wie Semler-Geschäftsführer Jürgen Becker gegenüber schuhkurier bestätigt, wird Stefan Markert das Unternehmen zum Ende des Jahres verlassen. Auf dem LinkedIn-Profil von Stefan Markert ist eine berufliche Neuorientierung bereits ersichtlich.
Markert ist seit 1998 als Geschäftsführender Gesellschafter des Pirmasenser Schuhherstellers. Zuvor war er drei Jahre lang Leiter des Finanz- und Rechnungswesens in dem Unternehmen. Er leitet die Carl Semler Schuhfabrik aktuell gemeinsam mit Jürgen Becker. Dabei fungiert Markert als kaufmännischer Geschäftsführer; Jürgen Becker ist für den Produktbereich verantwortlich.
Anfang des Jahres 2025 hatte die Carl Semler Schuhfabrik einen Insolvenzantrag gestellt. Seinerzeit erklärte Stefan Markert auf schuhkurier-Nachfrage, Semler werde sich neu aufstellen. Der Antrag sei zu einem frühen Zeitpunkt gestellt worden, um die Sanierungschancen für das Traditionsunternehmen zu erhöhen. Als Gründe für das Verfahren nannte Markert starke Umsatzrückgänge und Zahlungsausfälle sowie Nachwirkungen der Corona-Pandemie. Besonders hart hatte das Unternehmen die Insolvenz des Versandhändlers Klingel im Mai 2023 getroffen.
Gemeinsam mit dem Sanierungsexperten Lukas Eisenhuth wurde für Semler im Rahmen des Verfahrens ein umfangreiches Sanierungskonzept erarbeitet. Es umfasst Personalabbaumaßnahmen am Standort Pirmasens und die Konzentration der Produktion in Ungarn. Zugleich sollen Produktentwicklung, Musterfertigung und Prototypenstepperei und somit das technische Know-how am Standort in der Schuhstadt verbleiben. In einem schuhkurier-Interview im Spätsommer erläuterten Stefan Markert und Jürgen Becker den aktuellen Stand des Verfahrens und gaben sich zuversichtlich mit Blick auf die Orderrunde F/S 2026.
Aktuell wird laut Jürgen Becker an der ordnungsgemäßen und zeitnahen Beendigung des Verfahrens gearbeitet, um dann in die nächste Orderrunde zu starten.
Stefan Markert und Jürgen Becker bilden die fünfte Generation der Unternehmerfamilie Semler.