Nach Angaben der Creditreform Wirtschaftsforschung wurden rund 12.900 Fälle registriert. Das waren 7,8 % mehr als im Vorjahreszeitraum und zugleich der höchste Stand seit 2013.
Als Ursachen nennt Creditreform unter anderem die schwache Nachfrage, hohe Kosten und die anhaltende wirtschaftliche Unsicherheit. Der Energie- und Rohstoffpreisanstieg infolge des Konflikts im Nahen Osten habe die Situation zusätzlich verschärft. „Immer mehr Unternehmen geraten zwischen die Auswirkungen von schwacher Nachfrage, hohen Kosten und anhaltender Unsicherheit“, erklärt Patrik-Ludwig Hantzsch, Leiter der Creditreform Wirtschaftsforschung. Der Höhepunkt der Entwicklung sei nach seiner Einschätzung noch nicht erreicht.
Die durch Unternehmensinsolvenzen verursachte Schadenssumme belief sich im ersten Halbjahr auf rund 28,5 Mrd. Euro. Etwa 165.000 Arbeitsplätze waren betroffen, nach 143.000 im entsprechenden Vorjahreszeitraum.
Besonders stark stiegen die Insolvenzen bei jungen Unternehmen sowie bei Betrieben mit mehr als 250 Beschäftigten. Dennoch entfielen weiterhin 81 % aller Fälle auf Kleinunternehmen mit weniger als zehn Mitarbeitenden.
Unterschiede zeigen sich zwischen den Branchen: Während die Insolvenzzahl im Dienstleistungssektor um 12,6 % und im Baugewerbe um 4,5 % zunahm, verzeichnete der Handel einen Rückgang um 1,3 %. „Das schwierige Umfeld verzeiht keine Fehlkalkulationen“, warnt Hantzsch.
Auch die Verbraucherinsolvenzen nahmen zu. Im ersten Halbjahr wurden rund 38.800 Fälle gemeldet – 2,3 % mehr als im Vorjahreszeitraum.