Die Empfängerdaten werden über das ERP-System oder eine API-Schnittstelle erfasst und übermittelt, die Ware wird vom Kunden verpackt und mit einem einheitlichen Parcel.One-Label versehen. Dann wird die Ware unsortiert auf Paletten oder in Sammelpaketen an Parcel.One überstellt.
Der Logistiker klassifiziert jede einzelne Sendung nach Wert, Land, Gewicht, Volumen und weiteren Kriterien. Jede Sendung bekommt dann für das jeweilige Zielland den optimalen Zustelldienstleister, den besten Service und das passende Produkt (Paket, Päckchen, Briefsendung) zugewiesen. „Wir sind der Check-out aus einem Lager“, erklärt Augstein. „Wir erfassen für jede einzelne Sendung, wo sie hingeschickt werden soll, welchen Wert sie hat, wie groß und schwer sie ist und welche Versandoptionen der Versender wünscht. Wichtig sind zudem die Informationen, ob die Sendung von einem Marktplatz kommt und falls ja, welchen Dienstleister dieser Marktplatz vorschreibt. Und zukünftig kann sogar der Endkunde alle überstimmen und sagen, welchen Zusteller er präferiert.“ Denn gerade die Bedürfnisse des Endkunden seien es, auf die man die Logistik ausrichten müsse, ist Augstein überzeugt. „Wenn ich Zahnpasta bestelle, muss sie nur ankommen. Geht es um ein neues Handyladekabel, geht es um Geschwindigkeit. Bestellt jemand fünf Paar Schuhe, geht es auch um das Thema Retouren.“ All dies habe, so der Unternehmer, Einfluss auf die Auswahl des zuständigen Dienstleisters. Ohnehin werde die Rolle der Konsumenten im Logistik-Bereich noch zu wenig beachtet: „Wenn ein Kunde immer mittwochs zum Sport geht, ergibt es Sinn, ein Paket an diesem Tag zu einem Paketshop in der Nähe des Fitness-Centers zu schicken. Oder ins Büro.“ Schon jetzt zeichne sich ab, dass Endverbraucher einen Kauf noch im Check-out-Prozess abbrechen, wenn sie mit dem Angebot der Zustellmöglichkeiten nicht einverstanden sind. „Wir wollen in diesen Bereich mehr Expertise reinbringen“, sagt Augstein. Auch hier hat er den international ausgerichteten Blick und kennt die Präferenzen der Kunden. „Während sich in Deutschland die meisten Konsumenten ihre Pakete nach Hause liefern lassen, ist das beispielsweise in Frankreich nicht der Fall. In Skandinavien nutzen viele Kunden Paketshops. Das muss jeder, der ins Ausland liefern will, berücksichtigen“, so Augstein.