Der auf Nachhaltigkeit spezialisierte Omnichannel-Händler Deerberg wird im September sein Geschäft einstellen. Bereits im Juni hatte das Unternehmen Insolvenz angemeldet. Als Gründe wurden die Konsumzurückhaltung aufgrund des Krieges in der Ukraine sowie die schwere Marktlage für Mode-Versandhändler genannt. In den vergangenen Monaten seit der Insolvenz wurde versucht, das Unternehmen mit einem Investor neu aufzustellen. Doch das sei nicht gelungen, so Deerberg-Geschäftsführer Lars Buschbom: „In den vergangenen Wochen haben wir 200 potentielle Interessenten kontaktiert, aber leider ist derzeit so gut wie keine Investitionsbereitschaft in die Textilbranche erkennbar. Wir haben trotz intensiver Bemühungen keinen Investor für die nachhaltige Mode von Deerberg gefunden.“ Das bereits angemeldete Insolvenzverfahren wird nun am 1. September eröffnet, im Laufe des Monats soll der Bestand abverkauft werden.
Der vom Amtsgericht Uelzen bestellte vorläufige Insolvenzverwalter Friedrich von Kaltenborn-Stachau aus der Kanzlei BRL betont die bis zum Schluss gute Arbeit der gesamten Belegschaft: „Die Kolleginnen und Kollegen haben sehr gute Arbeit geleistet und in der schweren Zeit zusammengehalten. Es tut mir leid, dass die gemeinsame Arbeit nicht fortgesetzt werden kann.“ Nun bemühe sich das Unternehmen darum, für möglichst viele der rund 270 Beschäftigten eine neue Anstellung zu finden. Interessierte Unternehmen können sich beim Personalleiter Ronny Rother melden. Wenn das Unternehmen zehn oder mehr vakante Stellen ausschreibt, werde gerne eine interne Hausmesse zur Vorstellung organisiert. Vor allem wolle sich Deerberg um die berufliche Zukunft der insgesamt zwölf Auszubildenden kümmern: vier Fachkräfte für Lagerlogistik, drei Kaufleute für Büromanagement, zwei Kaufleute im E-Commerce, zwei Fotografen und ein Mediengestalter.