Modische Spitzen
Viele Modehäuser setzen im Schuhbereich auf die modischen Spitzen statt auf ein Vollsortiment. Sie können damit auch höhere Preislagen bedienen. „Wir führen im Damenbereich nur sehr wenige Basics. Der modische, hochwertigere Schuh wird bei uns immer wichtiger“, berichtet Christoph Feucht. „Weniger Basics – mehr Mode“, ist auch das Motto von Volker Stratmann, wenn es um seine Schuhauswahl geht. Laut Miriam Bode entspricht das auch der Erwartung der Kundinnen, wenn sie durch die Schuhabteilung des Modehauses bummeln: „Unsere Kundin ist sehr informiert und trendorientiert. Sie sucht gerade am Anfang der Saison modische Styles und Trendfarben, da wir weniger auf Klassik setzen als der Schuhfacheinzelhandel.“ Preislich wird bei Leffers die gehobene Mitte angeboten. Bei den Unitex-Händlern liege der durchschnittliche Verkaufspreis für Schuhe je nach Saison zwischen 80 und 100 Euro, schätzt Xaver Albrecht: „Diese Preisspanne scheint bei unseren Mitgliedern und deren Kunden gleichermaßen gut anzukommen und spiegelt die Balance zwischen Qualität und Preisbewusstsein wider, die in der heutigen Modebranche essenziell ist.“
Generell könne davon ausgegangen werden, dass im Fashionhandel modischere Produkte angeboten werden als im Schuhfachhandel, so Hachmeister-Experte Marc Unterbrink. Verbraucherinnen und Verbraucher goutieren das Schuhangebot im Modehandel: „Der Schuh wird häufig ganz selbstverständlich als Ergänzung dazu gekauft, vor allem von A- und B-Kunden. Das hat auch mit Blick auf die Personal-Shopping-Termine, die vorwiegend von diesen Kunden wahrgenommen werden, durchaus Relevanz“, erklärt der Branchenkenner. Zu den stärksten Schuhmarken im Fashionhandel zählen laut Analysen von Hachmeister + Partner im Herrenschuhbereich unter anderem Lloyd, Bugatti und On sowie Copenhagen und Tommy Hilfiger, aber auch Rieker. Ein Shooting Star ist New Balance: Die Marke verzeichnet aktuell einen deutlichen Umsatzanstieg.
Bei den Damen sind Tamaris, Gabor, Paul Green sowie Autry und Copenhagen besonders umsatzstark. Auch Kinderschuhe werden im Modehandel geführt: Anbieter wie Superfit, Adidas und Skechers gehören zu den stärksten Marken in diesem Segment. Bei Mode von Feucht sind im Damenbereich Paul Green, Tamaris, Högl und Nero Giardini für den Hauptumsatz verantwortlich, erklärt der Geschäftsführer: „Wir glauben sehr stark an den wertigen Bereich und nehmen gerade einige Marken mit auf wie Ugg Boots und Sun 68.“ Im Herrensegment sind die Umsatzbringer Lloyd, Bugatti, Sun 68 und Copenhagen. Volker Stratmann nennt als gut verkauftes Modell im letzten Jahr Overknees in Stretch mit flachem Absatz von der Marke Lorenzo Masiero für 530 Euro. Spitze Stiefel, flach in Dunkelbraun für 480 Euro von Pantanetti waren bereits im August ausverkauft. Generell achten die Kunden und Kundinnen beim Einkauf auf Marken – auch bei Schuhen. Stratmann verkauft am besten Sneaker, auch Boots und Stiefel werden wichtiger. Bei den Marken nennt er unter anderem AGL, Homers und Premiata sowie als Einstiegspreislage Gabor und Tamaris. Die Margen bei den deutschen Lieferanten bewertet er allerdings als sehr gering.