Die Branche ist von Unsicherheiten geplagt: Corona, Inflation und die Kriege in Ukraine und Israel führten zu Preissteigerungen, Lieferproblemen und Kaufzurückhaltung. Die Unsicherheit ist groß, nicht zuletzt, weil dem Geldbeutel der Konsumenten die Luft ausgeht.
Dennoch rief der IFH-Geschäftsführer Dr. Kai Hudetz im Webmeeting der Unternehmensberatung Fashionconsult am 11. Januar zu Zuversicht auf. Denn trotz des schwierigen Fahrwassers stünden die Zeichen für die Zukunft in mancherlei Hinsicht nicht unter einem so schlechten Stern, wie manchmal prophezeit wird.
So habe nach der Pandemie beispielsweise zwar der Onlinehandel erstmalig Umsatzverluste hinnehmen müssen; für die nächsten Jahre kündigt der IFH-Geschäftsführer jedoch wieder ein Wachstum an. So soll der Onlinehandel etwa im Bereich „persönliche Ausstattung“, der sich aktuell mit dem Retailgeschäft in etwa die Waage hält, in den nächsten Jahren auf 55% ansteigen.
Ähnlich verhält es sich mit der innerstädtischen Entwicklung. Aktuelle Pleiten sowie die Nachwirkungen der Corona-Pandemie setzen den Frequenzen zwar nach wie vor zu. Doch immerhin kann laut aktuellen IFH-Befragungen ein Wachstum bei den Freqenzen festgestellt werden. Und wenn gefragt wird, was die Menschen in die Innenstädte führt, heiße es: „Shoppen und Bummeln sind der Nummer 1. Grund, um in die Innenstadt zu gehen“, sagt Kai Hudetz.
Schließlich käme es jedoch auf eine Mischung aus allem an. „Omnichannel bleibt substantiell“, so Hudetz weiter. Denn laut IFH informieren sich nahezu 50% aller Käufer online, meist im eigenen Shop, bevor der Kauf dann tatsächlich vor Ort im Geschäft getätigt wird. Dabei seien vor allem Männer die geplanten Käufer, während es bei Frauen auch gerne einmal spontan sein darf. Gerade deswegen seien auch gerne abgelehnte Services wie Click & Collect zu erwägen. „Bei Unternehmen wie einem Ernsting’s Family macht so etwas 80% des Onlineumsatzes aus“, verdeutlicht Hudetz.
Drei Statements für den Einzelhandel der nächsten Jahre
Schließlich brach Hudetz seinen Vortrag auf drei wesentliche Statements herunter: Die Digitalisierung ist nicht alles, aber ohne die Digitalisierung ist alles nichts. Die Zukunft kann nicht ohne eine digitale Ebene verlaufen, weshalb es für viele Händlerinnen und Händler essenziell sein wird, sich auch auf dieser Ebene auszukennen.
Statement Nummer zwei: Der Preis ist entscheidend! Selbstredend lasse sich nur bei einer genauen Überwachung des Marktes und einer engen Kontrolle der eigenen Geschäfte der Unsicherheit der Konsumenten vorsichtig entgegenwirken. Und zu guter Letzt: Eine klare Positionierung ist unabdingbar! Sei es Omnichannel, Nachhaltigkeit, oder die Abgrenzung zur asiatischen Konkurrenz: klare Konzepte und nachvollziehbare Strategien sind der Schlüssel, um sich in diesen stürmischen Zeiten über Wasser zu halten.