In welchen Preislagen bewegen sich die Modelle und wie positioniert sich Allbirds damit im Markt?
Allbirds bewegt sich im leicht gehobenen Segment, also eher im Premiumbereich. Unsere Preise liegen aktuell zwischen rund 100 und 160 Euro, etwa für die neuen wasserdichten Modelle, die Ende September erscheinen. Die günstigeren Varianten starten bei etwa 100 Euro, künftig wird es aber auch einzelne Modelle darunter geben, zum Beispiel Slipper oder Flip-Flops im Bereich von 60 bis 70 Euro. Grundsätzlich spielen wir aber klar in der Range von 100 bis 160 Euro.
Sind die Konsumenten bereit, für Nachhaltigkeit zu zahlen, oder sehen Sie den Preisdruck in Richtung Massenmarkt steigen?
Bisher spüren wir keinen besonderen Preisdruck, muss man ehrlich sagen. Klar ist aber: Das Thema Nachhaltigkeit hat heute nicht mehr den Stellenwert, den es vor zwei Jahren noch hatte. Gleichzeitig sehen wir, dass es bei Allbirds eine echte Community gibt, die unsere neuen Produkte anspricht und die auch bereit ist, den Preis für Qualität, Komfort und Nachhaltigkeit zu zahlen. Auch wenn Nachhaltigkeit in den Medien zuletzt weniger präsent war, gibt es diese Käufergruppe nach wie vor.
Allbirds will jetzt auch stärker mit dem Fachhandel arbeiten. Wie sehen da die konkreten Pläne aus?
Vor zwei Jahren lief das D2C-Geschäft von Allbirds nicht so wie erhofft. Daher hat die Marke ihre Strategie umgestellt und arbeitet inzwischen eben mit Distributoren zusammen. In Deutschland sind mit Roger Guderitz und Joscha Frotscher zwei erfahrene Agenten an Bord, die gezielt den Fachhandel ansprechen. Der Fokus liegt darauf, Allbirds in die Geschäfte zu bringen, in denen Kunden bewusst einkaufen und Wert auf Qualität legen. Es geht nicht um die Masse, sondern um ausgewählte Stores, die hochwertige Schuhe verkaufen können. In Österreich ist Allbirds hier bereits einen Schritt weiter, in Deutschland baut die Marke diesen Weg aktuell auf. In Österreich sind wir bereits in mehreren ausgewählten Geschäften vertreten, darunter Klimesch Schuhe in Wien mit insgesamt fünf Filialen, Asmus in Salzburg und Stiefelkater in Tirol. Diese Partner zählen auch zu den wichtigen Zielkunden, die von Anfang an im Fokus der Marke standen.