Gebühren an den Marktplatz zahlen, an das Versandunternehmen und den Zahlungsdienstleister, den Schuh vielleicht im Angebot verkaufen und dann im Zweifelsfall die Hälfte der Ware als Retoure wieder zurücknehmen müssen. Wer Schuhe online verkauft, näht mit der Kalkulation oft auf Kante. Viele sind dadurch abgeschreckt und befürchten, dass sie online mit Schuhen kein Geld verdienen können.
Übersichtlich eine Orientierung zu bieten, auf welchen Marktplätzen eigentlich wie viel Geld übrigbleibt, verspricht Software-Entwickler Etos mit dem Channel-Lotsen. Das neue Tool wird im Juni veröffentlicht. Voraussetzung ist die Nutzung des Etos-Warenwirtschaftssystems Apollon. Darüber hinaus wird der Channel-Lotse 249 Euro im Monat kosten. In einer Tabelle lässt sich für jede Kombination aus Warengruppe und Hersteller, die ein Händler führt, der Deckungsbeitrag 2 auf verschiedenen Marktplätzen anzeigen. Die Ansicht ist in absoluten Euro-Werten oder in Prozent möglich. Außerdem gibt es eine Übersicht der Retourenquote der Warengruppen und Marken über alle teilnehmenden Händler hinweg auf den Marktplätzen. Der Nutzer muss dafür alle Werte eintragen, die für die Berechnung des Deckungsbeitrags 2 benötigt werden, wie Porto, Verpackungskosten oder Personalkosten. Statische Werte wie die Gebühren der Marktplätze sind im System standardmäßig ausgefüllt, lassen sich jedoch auch anpassen. Auch die Retourenquote wird bei der Rechnung berücksichtigt. Die Felder werden entsprechend des errechneten Deckungsbeitrags eingefärbt. Standardmäßig erscheint ab einem Deckungsbeitrag von 30% die Zahl grün. In einem Farbverlauf wirkt die Zahl zwischen 30% und 15% orange.
Bei einem Deckungsbeitrag von unter 15% warnt die Zahl in Rot. Die Grenzwerte können auch manuell nach dem Empfinden des Nutzers oder der Nutzerin verändert werden. In Zukunft folgen soll der Service Autopilot, der auf Basis dieser Werte und der eingestellten Grenzwerte autonom und intelligent entscheiden soll, auf welchen Marktplätzen welche Produkte platziert werden. Geplant ist, eine marktreife Version bis zum Ende des dritten Quartals präsentieren zu können.