Auch Schuhhändler Marcus Höhne (Schuhhaus Max Hittcher) erklärt, es sei absehbar gewesen, dass Zalando die Zukunft nicht im Connected Retail sieht, schätzt jedoch die kurzfristige Ankündigung als Herausforderung für einige Kollegen ein: „Die Kurzfristigkeit dieser Änderung trifft einige Händler schwer. Sie haben die Order für Herbst/Winter bereits inklusive Mengen für Connected Retail platziert und mit der aktuellen Kalkulation geplant. Es ist für die Händler keine allzu umfangreiche Umstellung. Aber wer ohnehin schon hinterfragt hat, ob sich der Verkauf auf Zalando lohnt, für den kann das jetzt der Ausstiegspunkt sein.“ Er selbst ist bereits 2024 von Connected Retail auf das Partnerprogramm gewechselt. Er erklärt, was sich für ihn dabei geändert hat: „Die Gebühren wurden in der Vergangenheit bereits weitgehend harmonisiert. Höhere Kosten für das Partnerprogramm entstehen vor allem dadurch, dass durch offiziell zugelassene Integratoren eine weitere Kostenstelle entsteht. Dafür können Dokumente im System des Integrators erzeugt werden und Bestellungen müssen nicht mehr umständlich im Zalando-Connected-Retail-Tool bestätigt werden, was für uns als Vorteil überwog.“ Auch die Möglichkeit, ins europäische Ausland zu verkaufen, sei für ihn ein großer Vorteil. Ein Händler benötigt jedoch einen gewissen voraussichtlichen Umsatz, um zum Onboarding für einen weiteren Markt zugelassen zu werden. Die Analysetools im Partnerprogramm seien zwar gut, jedoch würden sich die meisten Händler über geringere Gebühren mehr freuen, so seine Einschätzung.
Der Schuhhändler Stephan Holbach (Schuhe & Sport Holbach) macht rund 25 Prozent seines Umsatzes über Online-Verkäufer, etwas weniger als die Hälfte davon über Zalando Connected Retail. Er kritisiert vor allem die kurzen Fristen und die mangelnde Kommunikation: „Es ist die klassische Friss-oder-stirb-Methode und passt dazu, dass die Beratung bei Zalando leider immer schlechter wird. Während ein Problemfall früher von einem Ansprechpartner übernommen wurde, kommt heute jede E-Mail bei einer anderen Person an, der man den Fall von vorn erklären muss.“ Die Extrakosten für einen Integrator würden sich in seinem Fall mit den wegfallenden Grundgebühren für Connected Retail ausgleichen, das komme aber darauf an, mit welchen Dienstleistern ein Händler bereits zusammenarbeitet. Vorteile erhofft sich Holbach vor allem von der Möglichkeit, ins europäische Ausland zu verkaufen: „Da haben wir auf anderen Plattformen schon sehr gute Erfahrungen gemacht, vor allem wegen der weitaus geringeren Retourenquoten.“