Der Kleber als letzte Hürde
Frei nach dem Pareto-Prinzip – nach dem 80% der Ergebnisse mit 20% des Aufwandes erreicht werden können und dann 80% des Aufwandes für die letzten 20% nötig sind – ist auch bei den Ambitionen von Baabuk der letzte Schritt der schwierigste. Einen Kleber zu finden, der die Bestandteile des Schuhs zusammenhält und dabei ohne Kunststoff auskommt, sei momentan noch nicht möglich. Deswegen ist dort der letzte Tropfen Plastik im Schuh zu finden und der Shunya Wooler wird auch der 1%-Plastik-Sneaker genannt, erklärt Cornuz: „Es ist das Maximum erreicht, was Nachhaltigkeit Stand jetzt angeht. Es gibt leider noch keinen Kleber ohne Kunststoff, der fest genug ist, um die Bestandteile zusammenzukleben.“ Alternativen gebe es zurzeit keine, aber er hofft darauf, den Schuh in Zukunft noch nachhaltiger designen zu können: „Wir haben überlegt, eine Konstruktion ohne Kleber zu designen. Aber das hat auch nicht gut funktioniert. Vielleicht gibt es in ein oder zwei Jahren andere Möglichkeiten und wir können den Schuh noch optimieren.“ Dem Hersteller sei wichtig, auch offen mit dem „letzten Prozent“ umzugehen, um glaubwürdig zu sein. Auch gegenüber der Industrie suche Baabuk den ehrlichen Austausch, so der Nachhaltigkeitsleiter: „Einer der Gründe, warum wir so offen mit unseren Materialien umgehen, ist, dass wir andere Marken ermutigen wollen, diesem Beispiel zu folgen, und es ihnen so einfach wie möglich machen. Es ist sinnvoll, auf einen branchenweiten kollektiven Ansatz hinzuarbeiten. Sie können sich gerne an uns wenden, wenn sie weitere Einzelheiten erfahren möchten.“
Die Kunden auf der Reise mitnehmen
Die Auslieferung des Schuhs begann im Juni. Einige Wochen vorher konnten Interessierte das Modell bereits auf der Website vorbestellen. Damit konnte der Hersteller einschätzen, wie viele Schuhe in welcher Größe und Farbe produziert werden sollten, um eine Überproduktion zu verhindern. Die Auslieferung der vorbestellten Schuhe läuft bis Ende Juli, da die Produktion des neuen Schuhs recht aufwändig ist. Anstatt erst am Ende des Prozesses alle Schuhe auszuliefern, wollte Baabuk die Kundinnen und Kunden am Prozess über die Vorbestellung und die Produktionszeit teilhaben lassen. „Es war uns wichtig, dass die Leute nicht nur einen Impulskauf tätigen, sondern am Projekt beteiligt sind. So ist ihnen präsent, wie lange die Produktion dauert, und sie wissen den Schuh mehr zu schätzen“, sagt Yves Cornuz. Der Shunya Wooler ist zunächst als Kapsel angelegt, die Schuhe sind in den Farben Weiß und Schwarz erhältlich und kosten 200 Euro. Auf dem Projekt soll jedoch aufgebaut werden, so Cornuz weiter: „Es bleibt keine einmalige Sache. Wir wollten erst mal die Nachfrage und das Interesse prüfen. Den Schuh gibt nächstes Jahr sicherlich auch im Fachhandel. Außerdem wollen wir unsere Erfahrung mit der Entwicklung auch in den gesamten Katalog integrieren.“