Die Krise des Schweizer Luxuslabels Bally hat nun auch unmittelbare Folgen für das Deutschlandgeschäft. Wie die Wirtschaftswoche berichtet, hat die B. D. Retail Deutschland GmbH mit Sitz in München Insolvenz angemeldet. Das Unternehmen firmierte bis vor wenigen Wochen noch als Bally Deutschland GmbH. Das Amtsgericht München setzte dem Bericht zufolge einen vorläufigen Insolvenzverwalter ein.
Bally selbst kämpft bereits seit Längerem mit wirtschaftlichen Problemen. Seit der Übernahme durch die US-Investmentgesellschaft Regent im Jahr 2024 häuften sich negative Nachrichten. Schweizer Medien berichteten unter anderem über Fabrikschließungen und Entlassungen. Auch einzelne Geschäfte wurden geschlossen, darunter Standorte in Deutschland.
Im Juni wurde in der Schweiz ein Verfahren zur sogenannten Nachlassstundung eingeleitet. Dieses Instrument des Schweizer Rechts soll verschuldeten Unternehmen Zeit für eine mögliche Sanierung verschaffen. Ein externer Sachwalter überwacht dabei die Geschäftsführung und prüft die Sanierungsperspektiven. Nach Medienberichten soll das Verfahren noch bis Oktober laufen.
Bally blickt auf eine lange Geschichte zurück. Das Unternehmen wurde 1851 von Carl Franz Bally gegründet und entwickelte sich mit der Mechanisierung der Schuhproduktion zu einem der bedeutenden Schweizer Industriebetriebe und einer international bekannten Marke. Mitte der 1960er-Jahre beschäftigte Bally weltweit mehr als 16.000 Menschen.
Auch prominente Namen sind mit der Geschichte der Marke verbunden: 1953 trugen die Erstbesteiger des Mount Everest Bally-Bergstiefel, zudem gehörte Schauspielerin Audrey Hepburn zu den bekannten Trägerinnen der Schweizer Schuhe.
Seit den Hochzeiten der Marke hat Bally jedoch erheblich an Bedeutung verloren. Die Insolvenz der deutschen Tochter ist nun ein weiteres Kapitel in der anhaltenden Krise des Traditionsunternehmens.