Wie kann ein KI-Anbieter den Handel so überzeugen, dass er diesen Prozess sauber integriert bekommt?
Open AI hatte nicht die Marktmacht im E-Commerce, die dazu führte, dass alle Händler unbedingt dabei sein wollten. Wenn jetzt Google kommt, hat das eine ganz andere Wucht in den Markt und die Händler sehen auf einmal Handlungsbedarf, um die Traffic-Quelle aufrechtzuerhalten. Aber auch Open AI wird nicht aufgeben, sondern weiter daran arbeiten.
Mit Blick auf den Referral Traffic von Chat GPT auf Online-Shops fällt auf, dass der größte Teil des Traffics bei wenigen großen Plattformen landet. Können kleinere Händler von dem Thema profitieren, oder werden die Größten durch diese Entwicklung noch dominanter?
Tatsächlich verlinken sie sehr häufig auf die größten Marken. Sie gehen davon aus, dass dort die Wahrscheinlichkeit auf korrekte Informationen am höchsten ist. Das ist gerade für Nachrichten relevant, aber der Effekt wirkt sich genauso auf Online-Shops aus. Außerdem haben die großen Unternehmen ihre Daten oft schon besser für die KI aufbereitet. Da gibt es einen Nachholbedarf auf Seiten der kleineren und mittelständischen Händler, ihre Produktdaten besser für KI-Crawler zu optimieren. Das ist auch nicht so teuer oder aufwendig und auch für kleinere Player leistbar. Wer eine gute Suchmaschinenoptimierung hat, hat auch schon eine gute Basis für eine gute KI-Optimierung. Das sieht man am Beispiel von Kleinanzeigen, die darin sehr gut sind und deswegen mit Abstand den zweitmeisten Traffic auf sich vereinen. Außerdem profitiert Kleinanzeigen davon, dass die KI dort Produkte findet, die es nicht überall gibt. Das bedeutet auch für kleinere Händler: Diejenigen, die sich besonders spezialisiert haben, haben höhere Chancen, von einer KI vorgeschlagen zu werden.
Was gibt es noch für Dinge, die für kleinere Händler leistbar sind und einen spürbaren Produktivitätsgewinn einbringen?
KI-Crawler mögen klare Antworten auf häufige Fragen der Nutzer. Beim Bereitstellen der Daten muss man darauf achten, nicht nur dem Nutzer gute Antworten zu liefern, sondern auch der KI. Wir müssen aber auch noch abwarten, wie sich das Thema entwickelt: Welche Informationen generative KI abfragt und welche sie synthetisch generiert. Deswegen gibt es über die Datenaufbereitung hinaus keinen Rat für die Ewigkeit. Wichtig ist, dass man im Spiel bleibt.