Am Anfang sei die Otto Group im Bereich KI experimentell gestartet. An einzelnen Bausteinen der Wertschöpfungskette wurden Workflows angepasst, wo zufällig Use-Cases gefunden wurden. Was zwar wichtig ist, um die Möglichkeiten auszuloten, jedoch nur einen schwer messbaren Anstieg an Produktivität hervorbrachte, so die CEO: „Der Vorstand hat uns wirklich getriezt, zu sagen, was wir aus dem Thema wirklich rausholen können.“ Spannender sei es hingegen geworden, als in der Gruppe die ganze Prozesskette mit den neuen KI-Möglichkeiten hinterfragt wurde. Zum Beispiel hätten sich dem KI-basierten Design von T-Shirts neue Möglichkeiten ergeben, Schnittmuster zu bauen. Einzelne Prozessschritte hätten sich dabei als nicht mehr notwendig herausgestellt und konnten gestrichen werden.
Damit diese komplett neuen Workflows funktionieren, dürfen die Mitarbeitenden nicht hängengelassen werden. Das sei Verantwortung von Führungskräften. „Die KI-Revolution ist nicht delegierbar“, so Katrin Behrens: „Man kann natürlich nicht zu den Leuten gehen und sagen: Denk doch mal AI First. Wichtig ist es, eine Brücke zu bilden zu dem, was sie bereits gut können: In Prozessen denken.“ Die Mitarbeitenden müssen dort abgeholt werden, wo sie sind. Sie schlägt vor, die neuen Arbeitsschritte in den Abteilungen als Führungskraft selbst auszutesten oder offen mit den eigenen Unsicherheiten im Umgang mit KI umzugehen.