Die Flächenentwicklung im deutschen Einzelhandel bleibt vorerst weitestgehend stabil. Das geht aus dem EHI-Whitepaper „Aktuelle Entwicklung des Einzelhandels 2024“ hervor, für das insgesamt 76 Kommunen zur Situation befragt wurden.
Dabei konnten Anzahl und Größe der Ladenflächen überwiegend gleichbleiben, mit einem leichten Rückgang der Anzahl um bis zu 5%. In rund 10% der befragten Kommunen wurden größere Verkaufsflächen festgestellt; davon sagte jedoch ein Drittel, dass die Verkaufsflächen kleiner werden. Ein Grund für gleichbleibende Flächen sieht das EHI der Tatsache geschuldet, dass viele kleinere Geschäfte in Innenstädten in älteren Gebäuden untergebracht sind.
Vor allem Fachmarktzentren schneiden bei der Umfrage gut ab. Im Vergleich zu Stadtteilzentren, Innenstädten oder Shopping-Centern ist hier der geringste Rückgang und in anderen Orten der größte Zuwachs zu beobachten. Dabei bleiben unabhängig der Lage Leerstände ein großes Thema: Zwei Drittel der Befragten schätzen den Leerstand in Innenstadtlagen auf maximal 10%, Leerstände in den Stadtteilen sowie in Shoppingcentern kommen dagegen leicht häufiger vor.
Die Neuvermietung von Ladenflächen findet bei den meisten Kommunen innerhalb eines Jahres statt (etwa 75%). Bei der Hälfte passiert dies sogar innerhalb von sechs Monaten oder schneller. In den Stadtteillagen ist die Neuvermietung schwieriger, was mit höheren Überbrückungszeiten einhergeht. Die häufigste Nachnutzung für leerstehende Einzelhandelsflächen sind Büroflächen und der Einzelhandel selbst. Auch Freizeit- und Entertainment-Bereiche, Arztpraxen oder Bildungseinrichtungen sind für die Kommunen attraktiv.