Dominic von Proeck, Mitgründer des Beratungsunternehmens Leaders of AI, wollte das Publikum nicht langweilen mit den immer gleichen Sätzen, die man dieser Tage über Künstliche Intelligenz hört: Um welche zweistellige Prozentzahl die Effektivität laut der neusten Studie wächst. Oder wie sich KI auf die Arbeitswelt auswirkt. Stattdessen stellte er in seinem Vortrag auf der Katag-Cheftagung konkrete Anwendungsfälle vor, die für die Mode- und Retailbranche aktuell schon relevant sind.
Wo KI bereits jetzt hilft
Der Zahlungsanbieter Klarna hat für eine Untersuchung getestet, wie gut ein Chatbot auf Chat GPT-Basis Aufgaben des Kundensupports übernehmen kann. Und der Bot konnte qualitativ und quantitativ überzeugen, so von Proeck: „Der Chatbot hat 2,3 Mio. Anfragen beantworten können, das ist das Äquivalent von 700 Mitarbeitenden.“ Kunden, die von Chat GPT beraten wurden, seien demnach seltener wieder zurückgekehrt, weil das Problem noch nicht gelöst war. Und die Kunden hätten Chat GPT meist als freundlicher eingeschätzt als die Support-Mitarbeitenden. Auch im Design kann KI schon konkret helfen. Ein großes deutsches Fashion-Unternehmen hat bereits eine erste Modelinie von der ersten Inspiration über Fittings bis zur Kampagne per KI erstellen lassen. „Ich darf leider nicht verraten, welche Firma“, sagte Dominic von Proeck: „Aber sie ist hier im Raum unter uns.“ Ein Modehändler hat zusammen mit Leaders of AI alte Kampagnenentwürfe per KI danach bewerten lassen, welche sie am besten findet. Und in 95% der Fälle hat sie die Kampagne ausgewählt, die auch von den Experten genommen wurde. Und konnte auch begründen, warum. Damit kann Künstliche Intelligenz zukünftig zumindest dabei helfen, Kampagnen auszuwählen und zu verbessern. Auch die Konsumenten sind laut einer aktuellen, vom KI Experten zitierten Studie interessiert daran, sich mit KI-Hilfe beraten zu lassen: „In der Studie wurde gefragt, ob und wofür 16 bis 65-jährige Nutzer KI nutzen, um sich über Produkte schlau zu machen.“ Auf Platz 1 befanden sich Elektronikprodukte, aber über 25% der Befragten nutzen sie auch, um sich über Mode und Schuhe inspirieren zu lassen.