Die Belastung im Einzelhandel wirkt sich zunehmend auf die Gesundheit der Beschäftigten aus. Wie die AOK Rheinland/Hamburg meldet, lag der Krankenstand 2024 bei 7,14 % – so hoch wie nie zuvor. Zum Vergleich: 2023 lag der Wert noch bei 7,11 %, 2022 bei 6,72 %. Vor zehn Jahren waren es lediglich 5,28 %. Basis der Analyse sind die Daten von über 100.000 bei der AOK Rheinland/Hamburg versicherten Beschäftigten im Einzelhandel.
Ein besonderer Anstieg ist bei den Fehltagen aufgrund psychischer Erkrankungen zu beobachten. 2024 war jede bzw. jeder Beschäftigte im Durchschnitt 5,7 Tage aus diesem Grund arbeitsunfähig – ein neuer Höchstwert. Zehn Jahre zuvor lag dieser Wert noch bei 3,9 Tagen. Das entspricht einem Anstieg von rund 50 %.
Merit Kirch, Geschäftsführerin des BGF-Instituts der AOK Rheinland/Hamburg, nennt mehrere Gründe für diese Entwicklung: „Zu den Gründen für diese Entwicklung zählen eine hohe psychische Belastung durch den intensiven Kundenkontakt, die angespannte Personalsituation, Sorgen um den Arbeitsplatz sowie zunehmender Kostendruck und der wachsende Wettbewerb durch den Onlinehandel.“
Trotz des Rekordwerts liegt der Krankenstand im Einzelhandel weiterhin leicht unter dem branchenübergreifenden Durchschnitt von 7,18 %. Ein möglicher Grund: Die Beschäftigten im Einzelhandel sind im Schnitt mit 37,7 Jahren jünger als der branchenübergreifende Durchschnitt (41,0 Jahre).