Das kürzlich vorgelegte Eckpunktepapier für ein Textilgesetz zur Einführung einer erweiterten Herstellerverantwortung (EPR) stößt auch in Teilen der Industrie auf Kritik. Der HDS/L sieht darin vor allem zusätzliche Belastungen für Unternehmen. Hauptgeschäftsführer Torben Schütz erklärte, die vorgesehenen Regelungen würden Hersteller und Marken „in erheblichem Maße“ belasten und trügen aus seiner Sicht nicht dazu bei, die Herausforderungen durch Fast Fashion wirksam zu adressieren: „Das ist keine Maßnahme, um die globale Wettbewerbsfähigkeit unserer Unternehmen zu fördern. Anstelle von Bürokratie-Abbau sind erhebliche Belastungen und weitere, unkalkulierbare Kosten auf unsere Mitglieder vorgesehen. Das ist alles andere als eine industriefreundliche, effiziente Politik.“
Darüber hinaus fordert der Verband differenziertere Regelungen innerhalb der geplanten Gesetzgebung. Insbesondere wird kritisiert, dass Schuhe und Bekleidung im aktuellen Ansatz gleichbehandelt werden sollen, obwohl sie sich in Materialzusammensetzung und Herstellung deutlich unterscheiden. Daher bedürfe es praxistauglicher und spezifischer Rahmenbedingungen, um den unterschiedlichen Anforderungen gerecht zu werden.
Das Bundesumweltministerium verfolgt mit der geplanten Reform das Ziel, die Verantwortung von Herstellern für den gesamten Lebenszyklus von Textilien auszuweiten und damit Umweltbelastungen zu reduzieren. Wie die endgültige Ausgestaltung des Gesetzes aussehen wird, bleibt Gegenstand der weiteren politischen Abstimmung.