Ganz klar: Schuhe spielen die Hauptrolle. Aber in einem Schuhgeschäft gibt es auch Nebenrollen, die das Angebot sinnvoll ergänzen und mit denen viele Unternehmer gute Erfolge erzielen.
Besonders klassische Furnituren von der Schuhpflege bis zum Schnürsenkel gehören in vielen Geschäften zum Standard. Dies zeigt die schuhkurier-Umfrage zum Thema „Arrondierende Sortimente“ sehr eindrucksvoll: Fast alle der teilnehmenden Händlerinnen und Händler führen Schuhpflegeprodukte, 86% Produkte für Fußklima und Laufkomfort, also Einlegesohlen, Barfußsohlen, Pelotten etc. Socken und Strümpfe runden bei 81% der teilnehmenden Unternehmen das Warenangebot ab. Schnürsenkel und weitere praktische Hilfsmittel gehören bei vier Fünfteln der Händler zum Sortiment. Weniger stark verbreitet sind indes Fußpflegeprodukte wie Crèmes und Peelings.
Furnituren dieser Art spielen gerade beim Beratungsgespräch eine wichtige Rolle. Das bestätigt auch Dr. Stefan Rassau, CEO des Furniturenspezialisten Bama: „Der Kauf von Pflegeprodukten oder Einlagen ist im Schuhfachhandel noch kein Plankauf. Aufmerksamkeit und Interesse entstehen durch eine gute Inszenierung auf der Fläche mit direktem Zugang sowie durch eine aktive, kompetente Beratung.“ Diese Beratung wirke beispielsweise dahingehend, „dass die Kundin das gute Gefühl hat, genau den Schuh zu kaufen, für den ihr Herz schlägt, und keine Kompromisse eingehen zu müssen, weil sie nicht weiß, wie man die Schönheit von Rauleder erhält oder sich der Schuh am Fuß nicht gut anfühlt“. Bama fokussiere bei seinem Trainings- und Botschafterkonzept darauf, dass das Verkaufspersonal über die notwendige Erfahrung und das Produktwissen verfüge, das Kundenerlebnis diesbezüglich vollständig zu machen, so Rassau.
Beratung war zumindest in den zurückliegenden Monaten schwierig. Unter dem Eindruck der Pandemie und eingeschränkt durch Lockdowns haben die meisten Händler (92%) ihr Angebot an zusätzlichen Produkten daher nicht weiter ausgebaut. Und auch perspektivisch ist eine Ausweitung der arrondierenden Sortimente für die meisten Händler (91%) kein Thema: Sie wollen den aktuellen Status Quo beibehalten. Wenn es aber darum geht, Teile des Schuhangebots zu Gunsten von arrondierenden Produkten zurückzufahren, dann würden die befragten Händlerinnen und Händler am ehesten bei Herrenschuhen ansetzen.