Die Erich Rohde GmbH, Eigentümerin der Schuhmarke Rohde, ist nach eigenen Angaben durch hohe finanzielle Lasten aus der Vergangenheit trotz stabiler Umsätze in Deutschland, Österreich, den Niederlanden, Skandinavien und der Schweiz in Schieflage geraten. Hinzu kommen offenbar in jüngster Zeit massive Lieferverzögerungen. Zahlreiche Händler warten derzeit auf Ware für das aktuelle H/W-Geschäft. Wie schuhkurier aus gut informierten Kreisen erfuhr, gab es bei Rohde offenbar Probleme bei der Beauftragung von Produzenten. Bereits georderte Ware wurde daher gar nicht oder nicht rechtzeitig produziert. Händler, die aktuell Ware für die Wintersaison erwarten, wurden zuletzt auf Liefertermine Ende November vertröstet. Die Weiterentwicklung der Rohde-Kollektionen in Hinblick auf modische Impulse und Modellerie war zuletzt vom Handel durchaus goutiert worden. Dass es nun in vielen Fällen nicht zur Auslieferung kam, sorgte für gewisse Unruhe im Markt.Der Geschäftsbetrieb soll laut Mitteilung des Insolvenzverwalters soll während des nun angestrebten Verfahrens uneingeschränkt fortgeführt werden.
’Sanierungsidee‘ bis Jahresende
Durch das nun angestrebte Verfahren soll auch die benötigte Liquidität gesichert werden, um die laufende Frühjahr-Sommer-Produktion vorzufinanzieren, begründet das Unternehmen den Schritt. Die 138 Arbeitnehmer des Unternehmens wurden am 28. Oktober in einer Betriebsversammlung über das Verfahren informiert. Ihre Löhne und Gehälter sind bis Ende des Jahres über das Insolvenzgeld abgesichert. Bis dahin soll die Sanierungsidee konkretisiert werden. Der vorläufige Insolvenzverwalter Frank Schmitt erklärt: „Unser vorrangiges Ziel ist es, den Geschäftsbetrieb zu stabilisieren und gleichzeitig geeignete Sanierungsmaßnahmen zu identifizieren, um das Unternehmen langfristig ertragsfähig zu machen.“