Die Europäische Kommission hat einen Vorschlag zur Umsetzung der EU-Entwaldungsverordnung (EUDR) eingereicht. Demnach tritt die EUDR für große und mittlere Unternehmen weiterhin am 30. Dezember 2025 in Kraft, wobei eine Nachfrist von sechs Monaten für Kontrollen und Durchsetzung gewährt wird, um eine schrittweise Einführung der Vorschriften zu gewährleisten. Für Kleinst- und Kleinunternehmen wird die Frist auf den 30. Dezember 2026 verschoben. Der Vorschlag muss durch das Europäische Parlament und den Rat förmlich angenommen werden. Als wichtigste Maßnahme des neuen Vorschlags wurden Vereinfachungen für Marktteilnehmer genannt, die Produkte vermarkten, die bereits in der EU in den Verkehr gebracht wurden. Das betrifft vor allem den Handel.
Ursprünglich war der Start der EUDR auf Anfang 2024 datiert. Im Raum standen eine weitere Verschiebung und die Einführung einer Null-Risiko-Kategorie ohne Kontrollen, wie unter anderem auf dem Cads-Infotag im Juli diskutiert wurde. Die Verschiebung gilt im aktuellen Vorschlag nun für kleine Unternehmen, was Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer ebenso kritisiert wie die fehlende Null-Risiko-Kategorie: „Die wichtigste Forderung, die Null-Risiko-Variante, ist nicht in dem vorgelegten Vorschlag enthalten. Der Bürokratieaufwand bleibt damit unverändert viel zu hoch und belastet Unternehmen unnötig. Der heute vorgestellte Vorschlag ist in dieser Form deshalb nicht akzeptabel und muss dringend überarbeitet werden. In Deutschland gibt es keine Entwaldung, das muss sich in der Verordnung auch widerspiegeln. Ich werde daher weiter darauf dringen, eine Null-Risiko-Variante in der EUDR einzuführen, wie wir es im Koalitionsvertrag festgehalten haben. Nur so können wir die massive und völlig unnötige Belastung unserer Wirtschaft vollständig abwenden. Dass die EUDR nun nur für kleine Unternehmen verschoben werden soll, ist so nicht hinnehmbar und trifft viele Betriebe überraschend. Dieser Vorschlag ist trotz einiger Verbesserungen völlig ungenügend und geht an der Realität der Menschen in Europa vorbei. Wir brauchen eine neue, praxistaugliche Variante, die Rechtssicherheit schafft und unsere Wirtschaft nicht zusätzlich hemmt.“