Der Anteil der Konsumausgaben, die in den Einzelhandel fließen, ist in der Europäischen Union im dritten Jahr in Folge gesunken. Laut der aktuellen Studie „Einzelhandel Europa“ von NIQ Geomarketing entfielen 2024 durchschnittlich 32,6 % der privaten Konsumausgaben auf den Einzelhandel. In Deutschland liegt dieser Anteil mit 25,1 % EU-weit am niedrigsten.
Trotz steigender Kaufkraft und wachsender Einzelhandelsumsätze geben Verbraucher in Europa einen immer geringeren Anteil ihrer Ausgaben für den Einzelhandel aus. Besonders in Osteuropa bleibt der Einzelhandelsanteil vergleichsweise hoch: Kroatien führt mit 48 %, gefolgt von Bulgarien (46,3 %) und Ungarn (45,3 %).
Die Studie zeigt zudem, dass die durchschnittliche Pro-Kopf-Kaufkraft in der EU 2024 bei 21.008 Euro (+3 % gegenüber 2023) lag. Insgesamt standen den Einwohnern der EU rund 9,5 Billionen Euro für Konsumausgaben zur Verfügung.
Das Wachstum verlangsamte sich 2024 auf 3 % (2023: +5,5 %). Starke Zuwächse verzeichneten Rumänien (+14,9 %), Bulgarien (+9,9 %), Kroatien (+9,3 %) und die Slowakei (+9,2 %). Estland meldete dagegen einen Rückgang um 1,3 %.
Die Teuerungsrate in der EU betrug 2024 inflationsbedingt durchschnittlich 2,6 %. Am höchsten lag sie in Rumänien (5,8 %), Belgien (4,3 %) und Ungarn (4 %). Den niedrigsten Wert verzeichnete Litauen mit 0,9 %. Für 2025 wird eine EU-weite Inflation von 2,3 % erwartet.
Generation X (44–59 Jahre) verfügt über die höchste Kaufkraft. Millennials (28–43 Jahre) investieren verstärkt in häusliche Erlebnisse, während Generation Z (unter 28 Jahre) stark auf Bequemlichkeit setzt. Babyboomer (60+) bleiben vorsichtig und bevorzugen Eigenmarken sowie Sonderangebote.