HDE-Geschäftsführer Steven Haarke warnt: „Die Situation wird sich durch den Renteneintritt der Babyboomer weiter verschärfen. Die Politik muss jetzt handeln.“ Er fordert unter anderem eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie, insbesondere durch flächendeckende Kita-Angebote auch an Samstagen bis 20 Uhr – ein entscheidender Faktor für eine Branche mit hohem Frauenanteil. Auch Reformen im Steuer- und Rentenrecht sieht der Verband als notwendig an. Dazu gehören unter anderem die Abschaffung der Steuerklassenkombination III/V zugunsten eines gerechteren Faktorverfahrens sowie die schrittweise Anhebung des Renteneintrittsalters.
Trotz des Fachkräftemangels punktet der Einzelhandel mit attraktiven Konditionen: Laut Statistischem Bundesamt lag das durchschnittliche Monatsgehalt einer Vollzeitkraft im Juni 2025 bei 3.628 Euro brutto. Auch der Bruttostundenlohn hat sich zwischen 2022 und 2024 um 13,4 % erhöht und beträgt im Schnitt 22,26 Euro. Je nach Qualifikation variieren die Entgelte deutlich – von 16,44 Euro pro Stunde für Helfertätigkeiten bis hin zu 37,02 Euro für Expertinnen und Experten.
Neben den Einkommensperspektiven hebt der HDE hervor, dass der Handel nicht nur in Metropolen, sondern auch in ländlichen Regionen Arbeitsplätze und Entwicklungsmöglichkeiten bietet. Viele Beschäftigte schätzen zudem die Arbeitsplatzsicherheit und die Vielfalt der Tätigkeiten.
Um dem zunehmenden Fachkräftemangel im Einzelhandel wirksam zu begegnen, seien demnach strukturelle und politische Reformen ebenso notwendig wie die gezielte Förderung von Qualifikation, Diversität und familienfreundlichen Rahmenbedingungen. Nur so könne der Handel auch in Zukunft ein attraktiver und stabiler Arbeitgeber bleiben.