Um den Wandel hin zu einer Kreislaufwirtschaft für Mode voranzutreiben, legt die Second-Hand-Plattform Vestiaire Collective in Sachen Nachhaltigkeit noch einen drauf: Ab dem 22. November wird der Verkaufs von Fast Fashion-Artikeln auf der Webseite eingestellt. „Fast Fashion hat keinen Wert, und noch weniger beim Wiederverkauf“, heißt es von Dounia Wone, Chief Impact Officer von Vestiaire Collective. „Wir haben uns zu diesem Schritt entschlossen, weil wir uns nicht an dieser Branche beteiligen wollen, die enorme ökologische und soziale Auswirkungen hat.“ Um die Ziele des Dreijahresplans zu erreichen, zieht man Experten einer externen Agentur heran, die bei der Ausarbeitung der Kriterien von Fast Fashion zur Seite stehen. Von Vestiaire Collective heißt es dazu: „Zu den Faktoren zählen niedrige Produktqualität, schlechte Arbeitsbedingungen und ein hoher CO2-Fußbadruck. Alle Marken, die diese Bedingungen aufweisen, werden anschließend von der Website genommen.“
Vor allem die Teamreise nach Kantamanto in Ghana, der größten Wiederverwendungs- und Upcycling-Wirtschaft der Welt, zeigte dem Unternehmen im Oktober 2022, dass rasches Handeln nötig ist. „Auf dem Markt von Kantamanto werden wöchentlich etwa 15 Millionen Kleidungsstücke verkauft“, so ein Vestiaire-Statement. „Von den unverpackten Kleidungsstücken verlassen 40% den Markt als Abfall.“ Dies führe zu Umweltschäden und bringe Second-Hand-Händler in Misere.
Im November empfängt Vestiaire Collective Einzelhändler, Aktivisten und Innovatoren von The OR Foundation in Paris. Hier möchte man sich mit führenden Vertreterinnen und Vertretern der Branche und politischen Entscheidungsträgern zusammentreffen, um sich gemeinsam für Veränderungen, auch auf Regierungsebene, einzusetzen.