Nach der Corona-Pandemie habe das Geschäft zunächst noch einen kleinen Auftrieb erlebt, berichtet Judith Schipper. Bald habe sich jedoch gezeigt, dass sich das Einkaufsverhalten vieler Kundinnen dauerhaft verändert hatte. Vor allem ältere Menschen hätten während der Pandemie den Onlinehandel für sich entdeckt. Ihre Kundschaft sei überwiegend im mittleren bis höheren Alter gewesen. Gerade mit Schuhen für gesundheitliche Beschwerden wie Hallux valgus oder Sonderweiten habe sie bis dato einen nicht unerheblichen Teil ihres Umsatzes erwirtschaftet.
Nach dem kurzen Aufschwung sei der Verkauf jedoch deutlich eingebrochen. Seit rund zwei Jahren habe sich die wirtschaftliche Situation zunehmend verschärft. Das zeigt sich auch an den Verkaufszahlen: In einem Jahr habe Judith Schipper noch rund 750 Paar Schuhe verkauft, im darauffolgenden Jahr waren es nur noch etwa 550 Paar. Um den Umsatz zu stabilisieren, investierte Schipper verstärkt in Bekleidung. Zuletzt habe sie mehr Textilien als Schuhe verkauft und den Umsatz dadurch zumindest einigermaßen halten können.
Gleichzeitig stiegen, wie für alle, die Belastungen. Inflation, höhere Energiekosten und die laufenden Ausgaben für das rund 100 qm große Geschäft hätten das Geschäft zusätzlich unter Druck gesetzt. Seit Januar 2025 habe sich der Gewinn deutlich verschlechtert. „Wenn der Gewinn nicht mehr stimmt, muss man irgendwann Konsequenzen ziehen“, resümiert Schipper.
Hinzu komme die Entwicklung des Standorts an der Benderstraße in Düsseldorf-Gerresheim. Dort hätten die Leerstände in der vergangenen Zeit drastisch zugenommen. Ende 2024 habe dort unter anderem eine Metzgerei geschlossen, was sich spürbar auf Frau & Fräulein ausgewirkt habe. Insgesamt habe die Frequenz stark nachgelassen. „Es kam jetzt alles zusammen“, fasst Schipper die Gründe für die Schließung zusammen.