Stefanie Steinert, Gründerin des Online-Shops Freizehn, hat das Grundsatzdokument „Der Barfußschuh-Standard“ veröffentlicht. Sie will der Verwässerung des Begriffs Barfußschuh und der Verwirrung bei Herstellern und Händlern entgegenwirken. Der Standard soll harte wissenschaftliche Erkenntnisse – wie den bereits 2015 von Forschern definierten Minimalist Index – in transparente, greifbare und praxisnahe Kriterien für die Schuhindustrie und den Handel übersetzen.
Zu den im Leitfaden definierten unverzichtbaren Kernkriterien zählen unter anderem:
- Ergonomie vor Stütze: Der bewusste Verzicht auf Fußbetten und Stützelemente, damit die Fußmuskulatur aktiv trainiert wird („use it or lose it“).
- Anatomische Zehenbox: Ausreichend Platz zur natürlichen Spreizung der Zehen und die Ermöglichung einer geraden Großzehenachse.
- Nullabsatz (Zero Drop): Ein völlig flacher Stand ohne Fersensprung, um Fehlbelastungen der Gelenke zu vermeiden.
- Flexibilität und Bodenfeedback: Dünne, hochflexible Sohlen und ein geringes Gewicht, die der natürlichen Bewegung folgen und die sensorische Wahrnehmung stärken.
Neben harten Fakten widmet sich das Dokument auch dem transparenten Umgang mit sogenannten Kompromiss-Schuhen – Modellen, die aufgrund ihrer Bauart (z. B. Gummistiefel) vom Ideal abweichen.
„Mein Ziel ist es nicht, hier im ersten Wurf das ultimative ‚Barfuß-Gesetz‘ in Stein zu meißeln, sondern einen gemeinsamen Nenner zu finden, auf dem wir alle aufbauen können“, erklärt Stefanie Steinert. Der Leitfaden lädt Hersteller und Fachhändler zum offenen Dialog ein, um Missverständnisse durch eine gemeinsame Sprache künftig zu vermeiden und die Qualität auf dem Markt zu sichern.