Seit Beginn des Monats gibt es bei Görtz je eine übergeordnete Vertriebs- und Einkaufsorganisation. Verantwortlich für den Vertriebssektor zeichnet Geschäftsführer Christian Moritz; der Einkaufsbereich wird von Geschäftsführer Thorsten Hermelink geführt. Die bisherige Organisation von verschiedenen Einkaufsteams für die einzelnen Gesellschaften des Unternehmens (Görtz, Görtz 17, Hess, Hess Kompakt) wird aufgelöst. Im Zuge dessen wurden, so ein Görtz-Unternehmenssprecher gegenüber schuhkurier, „in Teilen leitende Funktionen neu vergeben“. Drei Mitarbeiter werden das Unternehmen aufgrund der Neuorganisation verlassen. „Ziel ist es, die Zusammenführung unserer Sparten unter einer Marke Görtz weiter voranzutreiben”, so der Unternehmenssprecher weiter.
Unabhängig von den bisher geltenden einzelnen Sparten gibt es jetzt einen Zentraleinkauf mit Verantwortlichkeiten für jeweils einzelne Segmente. So wird der Damenbereich von Peter Iff geführt, das Herrensegment verantwortet Heiko Grünler und Kinderschuhe fallen in den Verantwortungsbereich von Gabriele Schwedux. Die in den Bereichen tätigen Teams verantworten den Einkauf für alle Filialen auf Basis einer Modulstruktur. Damit werde der Einkauf, im Speziellen das Zusammenspiel mit den Lieferanten, „dramatisch vereinfacht“, heißt es bei Görtz. “Wir haben jetzt eine klarere Organisation mit den bekannten Gesichtern. Lieferanten haben jeweils einen verantwortlichen Ansprechpartner”, so der Unternehmenssprecher.
Im Prozess der bereits kommunizierten strategischen Neuausrichtung von Görtz soll die Umstrukturierung von Vertrieb und Einkauf ein wesentlicher Baustein sein – einen weiteren soll der Aufbau einer eigenen Wholesale- und Eigenmarkeneinheit bilden. Hier sollen künftig zur bereits langjährig eingeführten Marke Belmondo sowie der seit Kurzem zum Angebot gehörenden Marke Bellybutton weitere Brands ergänzt werden. Die Vergrößerung des Eigenmarken- und Wholesale-Bereiches werde dazu führen, dass bisher im Einkauf tätige Mitarbeiter künftig in diesem neuen Segment Aufgaben übernehmen, so der Görtz-Sprecher.
Ende vergangener Woche war bekannt geworden, dass die Otto-Group kein Interesse mehr an einer Betiligung an der Ludwig Görtz GmbH hat. Der Otto-Konzern sei “nicht Bestandteil des fortlaufenden Investorenprozesses”, hieß es in einer Mitarbeiterinformation, aus der das Hamburger Abendblatt zitierte. Otto und Görtz hatten Anfang August Gespräche über eine mögliche Beteiligung geführt. Laut dem Abendblatt soll der Einstieg von Otto an den unterschiedlichen Auffassungen über die Neuausrichtung des Schuhhauses gescheitert sein. Von Görtz gab es zu dieser Information keinen Kommentar.