Der Kreditversicherer Allianz Trade hat eine Studie in Auftrag gegeben, in der die Großinsolvenzen im laufenden Jahr analysiert wurden. Großinsolvenzen umfassen dabei alle Unternehmen mit mindestens 50 Mio. Euro Jahresumsatz. In den ersten drei Quartalen 2023 gab es davon in Deutschland 45 Fälle. 2022 waren es im gleichen Zeitraum 26, 2021 nur 17. Damit könnte es im laufenden Jahr genauso viele Großinsolvenzen geben wie im Rekordjahr 2020, in dem seit 2016 die meisten Insolvenzen beobachtet wurden. Damals waren es insgesamt 58 Großinsolvenzen und 44 in den ersten drei Quartalen. „Die großen Insolvenzen sind in diesem Jahr zurückgekehrt und nehmen Kurs auf den Höchststand aus 2020“, sagt Maxime Lemerle, Leiter Insolvenzforschung bei Allianz Trade. „Besonders viele große Pleiten gab es im bisherigen Jahresverlauf im Mode-Einzelhandel, bei Krankenhäusern und im Maschinenbau.“
Dass vor allem die Modebranche betroffen ist, zeigt sich daran, dass laut Studie alle zwölf Großinsolvenzen in der Kategorie Einzelhandel auf Textilunternehmen und Modeeinzelhändler zurückzuführen sind. Auch weltweit steigt die Zahl der Großinsolvenzen um 6%. Vor allem der Anstieg in den wichtigen deutschen Exportmärkten Niederlande (+59%), USA (+47%) und Frankreich (+36%) könnte sich negativ auf die deutsche Wirtschaft auswirken.