Die globalen Unternehmensinsolvenzen werden 2026 voraussichtlich um 6 % steigen – und damit doppelt so stark wie ursprünglich prognostiziert. Das geht aus einer aktuellen Studie des Kreditversicherers Allianz Trade hervor. Haupttreiber ist der anhaltende Nahostkonflikt, der Lieferketten, Energiepreise und das wirtschaftliche Umfeld belastet.
Für Deutschland rechnen die Analysten mit einem Anstieg um 2 % auf 24.650 Fälle. „Schon jetzt hat der Nahostkonflikt auf Deutschland deutliche Auswirkungen und auch der US-Handelskrieg ist längst nicht vorbei“, sagt Milo Bogaerts, CEO von Allianz Trade in Deutschland, Österreich und der Schweiz. „Der Welthandel, Exporte und die deutsche Wirtschaft wurden erneut ausgebremst.“ Relevant ist das auch für die Schuhbranche: Der Handel zählt bereits zu den besonders betroffenen Sektoren und verzeichnete zuletzt zweistellige Zuwächse bei den Insolvenzen.
Insgesamt dürfte sich der Druck entlang der gesamten Wertschöpfungskette weiter erhöhen. Steigende Kosten, schwache Nachfrage und angespannte Finanzierungsbedingungen treffen insbesondere Unternehmen mit geringen Margen. „Diese Situation treibt die Kosten entlang globaler Wertschöpfungsketten in die Höhe“, sagt Aylin Somersan Coqui, CEO von Allianz Trade. Der direkte Effekt des Konflikts könnte weltweit rund 7.000 zusätzliche Insolvenzen im Jahr 2026 verursachen.
Auch für Beschäftigte bleibt die Lage angespannt: Weltweit könnten 2,2 Mio. Arbeitsplätze durch Insolvenzen gefährdet sein, davon rund 209.000 in Deutschland. Besonders betroffen sind Bau, Dienstleistungen – und der Einzelhandel.
Für 2027 zeichnet sich zwar eine leichte Entspannung ab, allerdings auf weiterhin hohem Niveau. Voraussetzung bleibt eine geopolitische Stabilisierung. Andernfalls droht eine weitere Verschärfung: Im Worst-Case-Szenario könnten die Insolvenzen 2026 weltweit sogar um 10 % steigen.
Die vollständige globale Insolvenzstudie (englisch) ist hier abrufbar.