Machen Sie mit beim HANDELSkix! Der HANDELSkix versteht sich als Konjunkturindex des stationären Einzelhandels in Deutschland und bildet monatlich Erwartungen und Entwicklungen der Branche ab. Mit der Frage des Monats werden Einschätzungen der Händler zu Marktthemen erhoben. Der HANDELSkix wurde vom Handelsverband Deutschland (HDE) und Einkauf Aktuell unter Federführung des Kölner Instituts für Handelsforschung (IfH) ins Leben gerufen. Zusammen mit dem BLE baut das IfH den HANDELSkix Lederwaren auf. Lederwaren Report ist Medienpartner der Kooperation. Teilnehmende Lederwarenfachhändler beantworten zusätzlich einen branchenspezifischen Fachteil. Dabei gilt: Je mehr Teilnehmer, desto aussagekräftiger die Ergebnisse.
Vor rund einem halbem Jahr, am 1. September 2012, trat die Datenschutznovelle des Bundesdatenschutzgesetzes (BDSG) endgültig in Kraft. Seitdem sind Unternehmen unter anderem dazu verpflichtet, das Einverständnis der Kunden schriftlich einzuholen, bevor deren Kundendaten zu Werbezwecken gespeichert und genutzt werden. Die Monatsfrage des HANDELSkix zeigt aber, dass vielen Händlern überhaupt nicht bekannt ist, welche Regelungen sich hinter der Datenschutznovelle verbergen.
Nur knapp jeder Fünfte gab an, sich mit den neuen Anforderungen an den Datenschutz auszukennen – immerhin noch 43 Prozent der Befragten wissen ungefähr, wie die Gesetzesänderungen aussehen. Vor allem bei kleineren Unternehmen mit bis zu zwei Millionen Euro Umsatz offenbart die Frage nach der Datenschutznovelle noch Wissenslücken: 45 Prozent von ihnen gaben an, nicht zu wissen, welche Regelungen betroffen sind.
Personalisierte Werbung verbreitet
Dabei ist personalisierte Werbung, beispielsweise in Form von Newslettern oder persönlich adressierten Werbebriefen, durchaus beliebt: 54 Prozent der Umfrageteilnehmer gaben an, dass sie Daten ihrer Kunden speichern und diese für personalisierte Werbung nutzen. Doch lediglich knapp ein Drittel von ihnen (31 %) hat seine Kunden und Interessenten auch bereits darum gebeten, der Nutzung dieser Daten für Werbezwecke zuzustimmen. „Gerade kleinere Händler scheinen in Sachen Schutz ihrer Kundendaten noch deutlichen Nachholbedarf zu haben. Das hat auch der Datenschutz-Workshop des IFH Köln gezeigt, bei dem mit Blick auf die gestiegenen Bußgelder viele Fragen zur persönlichen Absicherung im Fokus standen. Aktuell überlegen wir sogar, ob wir eine Datenschutz-Workshop-Reihe etablieren, um Händlern die Möglichkeit zu geben, ihre Fragen direkt mit Experten vor Ort zu klären“, berichtet Boris Hedde, Geschäftsführer des IFH Köln. „Händler, die hier bisher noch nicht aktiv geworden sind, sollten das Thema schnellstmöglich in Angriff nehmen – juristisch gesehen ist es bereits fünf nach zwölf“, so Hedde weiter. Diejenigen Händler, die ihre Datenbestände bereits überprüft haben, haben dies mehrheitlich selbst vorgenommen. Lediglich sechs Prozent gaben an, hierfür mit einem externen Dienstleister zusammen gearbeitet zu haben.
Verhaltene Geschäftslage
Der HANDELSkix, der Index zur Stimmung im stationären Einzelhandel, fällt im März wieder schwächer aus und erreicht nur 90,1 Indexpunkte. Knapp ein Viertel der befragten Händler ist mit der Geschäftslage zufrieden, während knapp 37 Prozent eher negativ gestimmt sind. Die Geschäftserwartung der stationären Händler hingegen klettert weiterhin nach oben und erreicht 123,6 Punkte. Damit nähert sich der Wert für die erwartete Geschäftslage des HANDELSkix dem der Online-Händler an. Letztere, die in den vergangenen Monaten immer äußerst positiv in die Zukunft schauten, scheinen ihre Erwartungen langsam an die tatsächlichen Umsätze anzupassen.
Der Indexwert des e-KIX (ECC-Konjunkturindex Online-Händler) für die Geschäftserwartung fällt um 6,4 Punkte auf 125,2 Punkte. Auch die aktuelle Geschäftslage scheint keine Euphorie unter den Online-Händler auszulösen. Die Mehrheit (38,7 %) beurteilt ihre aktuelle Geschäftslage neutral – lediglich knapp 30 Prozent urteilen eher oder sehr positiv.
Sonderauswertung Lederwarenhandel
Neben den allgemeinen Fragen beantworten Lederwarenfachhändler einen branchenspezifischen Fachteil. In der Februar-Umfrage standen betriebswirtschaftliche Themen wie die Lagerumschlagsgeschwindigkeit (LUG) sowie Never out of Stock-Sortimente (NOS) im Vordergrund.
Die Ergebnisse: Über 40 Prozent der teilnehmenden Lederwarenfachhändler haben ihre LUG im letzten Jahr erhöht (siehe Grafik). Bei einem knappen Drittel ist sie allerdings auch gefallen. Dem entsprechend breit ist die Bandbreite der Nennungen. Sie reicht von mageren 1,2 bis zu 3,8 in der Spitze. Die durchschnittliche LUG beläuft sich auf 2,2.
Immerhin 36 Prozent bauten ihren NOS-Anteil am Sortiment aus. Bei knapp 60 Prozent der Umfrageteilnehmer erhöhte er sich allerdings nicht. Auch hier liegen die Einzelwerte weit auseinander. Während manche Umfrageteilnehmer gänzlich ohne NOS-Programme arbeiten, beläuft sich deren Anteil in der Spitze auf mehr als 60 Prozent des Gesamtsortiments.
Mit neuen Marken und Lieferanten können Händler frischen Schwung in ihr Sortiment bringen und ihren Auftritt individuelle abrunden. Knapp 55 Prozent der Umfrageteilnehmer planen daher zwischen 5 und 10 Prozent ihres Einkaufsbudgets für neue Marken ein, die sie bisher noch nicht im Sortiment führen. Bei 13,6 Prozent liegt der Anteil sogar bei 10 bis 15 Prozent.