Die Landtagsfraktion der Grünen in Baden-Württemberg fordert eine Überarbeitung des Ladenöffnungsgesetzes in Baden-Württemberg. Mini-Supermärkte ohne Personal sollten demnach rund um die Uhr geöffnet sein dürfen. Der Handelsverband Baden-Württemberg (HBW) erklärt, dass dieser Ansatz zu kurz greife. Die Initiative zeige zwar, dass das Ladenöffnungsgesetz reformbedürftig ist, doch es brauche eine grundsätzliche Reform, so der HBW.
Der stationäre Einzelhandel befinde sich in einem tiefgreifenden Strukturwandel, argumentiert der Handelsverband Baden-Württemberg. Onlinehandel und sinkende Besucherfrequenzen in den Innenstädten würden den Handel vor große Herausforderungen stellen. Deshalb brauche es verlässliche Rahmenbedingungen und mutige Reformen, erwartet der Verband von der Landespolitik. In Baden-Württemberg seien aktuell lediglich drei Sonntagsöffnungen pro Jahr erlaubt. Das sei nicht mehr zeitgemäß und daher fordert der HBS vier verkaufsoffenen Sonntage jährlich, die Abschaffung des Anlassbezuges sowie die Möglichkeit an bis zu zwei Sonntage im Advent zu öffnen. „Wenn sonntags die Onlineumsätze boomen, während die Innenstädte im stationären Handel dunkel bleiben müssen, läuft etwas grundlegend falsch. Wir brauchen gleiche Wettbewerbsbedingungen für alle Vertriebskanäle, insbesondere im wichtigen Weihnachtsgeschäft“, erklärt Sabine Hagmann, Hauptgeschäftsführerin des Handelsverbandes Baden-Württemberg.