Der Handelsverband Deutschland geht für das Weihnachtsgeschäft 2023 von keinen größeren Impulsen im Einzelhandel aus. Aufgrund der schwierigen wirtschaftlichen Bedingungen könne kein größerer positiver Schub erwartet werden. Insgesamt prognostiziert der Verband für die Monate November und Dezember ein nominales Umsatzplus von 1,5% – was einem realen Minus von 5,5% entspricht.
Online verhält sich die Entwicklung ähnlich: Zwar können hier die Umsätze nominal gehalten werden, preisbereinigt sinken sie jedoch auf ein Minus von 4,3%. Insgesamt bleibt der HDE damit bei seiner Herbstprognose: Die Umsätze steigen nominal um 3,0%, real sinken sie jedoch um 4,0%.
Die sinkende Kauflaune seien weiterhin Folgen von anhaltenden Kriegen in der Ukraine und dem Nahen Osten. „Gleichzeitig passen oft die aus der Zeit vor diesen Herausforderungen stammenden Kostenfaktoren noch nicht zur neuen Lage“, kommentiert HDE-Präsident Alexander von Preen die Situation. Dies betreffe auch die Mieten. „Die Zeiten, in denen Handelsunternehmen Höchstmieten zahlen konnten, sind vorbei. Diese Einsicht hat sich noch immer nicht bei allen Vermietern und Gebäudeeigentümern durchgesetzt. Der Trend muss noch deutlicher zu umsatzbezogenen Mieten gehen.“
Mehr als die Hälfte der Händler unzufrieden
Laut HDE sind rund 53% der befragten 300 Nicht-Lebensmittelhändler mit den Umsätzen im Oktober unzufrieden oder sogar sehr unzufrieden. Ungefähr 31% bewerten ihre Geschäftslage als schlecht oder sehr schlecht. Für das Weihnachtsgeschäft seien die meisten deshalb ebenfalls pessimistisch.