Bereits 45 Verhandlungsrunden hätte es bundesweit zwischen Arbeitgeber und Gewerkschaft bereits gegeben. Dieser unterstellt der der Handelsverband Deutschland (HDE) nun „keinen ersthaften Willen zur Einigung.“ „Auf der Arbeitgeberseite koordinieren wir die ersten Angebote zum Einstieg in die Tarifrunde sehr eng“, sagt HDE-Tarifgeschäftsführer Steven Haarke. „Wenn es aber gegen Ende der Verhandlungen darum geht, tragfähige Lösungen zu finden, haben alle Arbeitgeberkommissionen die notwendige Beinfreiheit. Genau das fehlt auf der Verdi-Seite.“ So habe es mancherorts Bereitschaft zum Abschluss auf Seiten der Gewerkschaftler gegeben. Aufgrund der Vorgaben aus der Verdi-Bundeszentrale kam es jedoch dennoch nicht zu einer Einigung. „Dass die Gewerkschaft uns als Arbeitgeber öffentlich dann auch noch eine Blockadehaltung vorwirft, kann nur als schlechter Witz verstanden werden“, so Haarke weiter.
Vor allem angesichts der aktuell schwierigen wirtschaftlichen Lage sei die Tarifrunde herausfordernd. „Einen tariflichen Ausgleich der Geldentwertung für 24 Monate Laufzeit können wir uns schon vorstellen. Das zeigt ja auch unser letztes Angebot, nach dem die tariflichen Löhne und Gehälter über die Laufzeit von 24 Monaten um insgesamt rund 8,5 Prozent steigen würden“, erklärt Haarke weiter. „Wir haben sogar klar signalisiert, dass wir für einen Abschluss bereit wären, das Angebot noch etwas zu justieren.“