Die aktuellen Daten des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) zeigen, dass im vergangenen Jahr rund 26.500 neue Ausbildungsverträge im Beruf Kaufmann/Kauffrau im Einzelhandel und 25.200 im Beruf Verkäufer/Verkäuferin unterschrieben wurden. Insgesamt haben etwa 70.000 junge Menschen 2014 ihre Berufsausbildung im Einzelhandel begonnen“, so HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth.
Allerdings sank im Vorjahresvergleich die Zahl der neuen Auszubildendenverträge bei den Kaufleuten um 1,3%, bei den Verkäufern um 2,2%. „Viele Einzelhandelsbetriebe können nicht mehr alle Ausbildungsstellen besetzen, weil geeignete Bewerber fehlen. Das ist auch die Folge mangelnder Wertschätzung beruflicher Ausbildung“, so Genth weiter. Das Umfeld für die Handelsunternehmen werde immer schwieriger, das Studium werde oft als einziger Königsweg zu beruflichem Erfolg dargestellt.
Positiv bewertet der HDE deshalb die Ziele der kürzlich gestarteten Allianz für Aus- und Weiterbildung, die sich unter anderem für eine Stärkung der beruflichen Aus- und Fortbildung, die Herstellung der Ausbildungsreife im allgemein bildenden Schulsystem sowie Verbesserungen bei der Durchlässigkeit im Bildungssystem und bei der Berufs- und Studienorientierung einsetzt. „Die berufliche Ausbildung mit anschließender Fortbildung bietet hervorragende Karriere-Chancen. Diese Perspektiven müssen Politik und Schulen den Jugendlichen aber auch ausgewogen und fair deutlich machen“, sagte Genth. Rund 80% der Führungskräfte im Einzelhandel kommen aus den eigenen Reihen über Aus- und Fortbildung in ihre höheren Positionen. Nur etwa jeder Fünfte hat seine Qualifikationen ausschließlich an einer Hochschule erworben.