60% der Menschen in Deutschland schränken sich zurzeit beim Einkauf ein. Zu dem Schluss kommt eine vom Handelsverband Deutschland (HDE) in Auftrag gegebene Umfrage. 76% geben laut der Umfrage an, weniger oder günstiger einzukaufen, weil sie Angst vor künftigen Kosten oder Preiserhöhungen haben. In der Umfrage wird deutlich: Viele Menschen üben sich angesichts der Unsicherheit bezüglich Krieg, einer möglichen Rezession und Preiserhöhungen in Zurückhaltung, wenn es um den Konsum geht. Das belaste auch Handelsunternehmen.
Der HDE macht auf die bereits bestehenden und kommenden Herausforderungen des Einzelhandels aufmerksam. „Für die Handelsunternehmen ist die schlechte Verbraucherstimmung eine große Herausforderung. Denn nach den zwei extrem fordernden und für viele wirtschaftlich schwierigen Jahren der Pandemie müssen sie zudem auch im eigenen Betrieb mit den exorbitant steigenden Energiekosten zurechtkommen. Das überfordert viele und gefährdet unternehmerische Existenzen und Arbeitsplätze“, so HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth, der daher Forderungen an die Bundesregierung stellt: „Zudem darf der Handel bei den Hilfsprogrammen nicht hinten runterfallen. Wer die Branche vergisst, ignoriert ihre Bedeutung als Arbeitgeber und Kernelement der Innenstädte.“ Die Einzelhändler hätten mit Kostensteigerungen in vielen Bereichen zu kämpfen und seien wegen der Konsumzurückhaltung nicht in der Lage, diese an die Kundinnen und Kunden weiterzugeben. Bei Wirtschaftshilfen müsste mitgedacht werden, dass viele Branchen direkt und indirekt von steigenden Energiepreisen betroffen sind und Hilfe benötigten. Der konkrete Vorschlag von Genth: „Wir brauchen Wirtschaftshilfen, die für alle betroffenen Unternehmen gelten, die jetzt und in den kommenden Monaten aufgrund steigender Energiekosten das Kriterium eines Anteils von drei Prozent der Energiekosten am aktuellen Umsatz erfüllen.“