Der Tarifkonflikt zwischen dem Handelsverband Deutschland HDE sowie der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft Verdi kommt nach wie vor zu keinem Ergebnis. Beide Seiten äußern Empörung über die Verhandlungspartner, beiden Seiten wird Inflexibilität und Verschleppung der Prozesse vorgeworfen.
Dabei schien nach dem Spitzentreffen vor wenigen Wochen zwar keine Lösung, doch immerhin ein Fortschritt im Konflikt in Sicht. HDE und Verdi einigten sich darauf, die Verhandlungen auf Landesebene wieder aufzunehmen, nachdem diese zuvor pausiert wurden.
Nun möchte die Arbeitgeberseite nicht von ihren „Maximalforderungen“ abweichen, während sich die Arbeitnehmerseite vor allem über fehlende versprochene Verhandlungen echauffiert. „Die Arbeitgeber haben die Zusage beim Spitzengespräch im Einzelhandel vor zwei Wochen, die Verhandlungen in den Ländern wieder aufzunehmen, nicht eingehalten. Die Verabredung war für die Katz! Denn trotz dieser Zusage finden keine Verhandlungen oder Sondierungen in den Ländern statt“, so Silke Zimmer, für den Handel zuständiges Verdi-Vorstandsmitglied.
Bei den Verhandlungen käme es Verdi vor allem an eine Anpassung der Gehälter an die äußeren Umstände – allen vor an die hohe Inflationsrate – an. Doch hier sieht der HDE-Verhandlungsführer Haarke die Situation anders: „Für uns ist völlig unverständlich,warum die Gewerkschaft hier noch nicht zugestimmt hat. Denn die Inflation ist aktuell wieder stark rückläufig, nach Weihnachten verhandeln wir als Arbeitgeber unter völlig anderen wirtschaftlichen Vorzeichen.“ Und weiter: „Wir können die unrealistischen Forderungen in diesen schwierigen Zeiten nicht in Gänze erfüllen, das würde der Flächentarifvertrag nicht überstehen.“
Verdi kündigt neuen Streik an
Als direkte Folge kündigt die Dienstleistungsgewerkschaft einen neuen Streik an. Am 8. Dezember 2023 sollen erneut tausende Beschäftigte des Handels auf die Straßen gehen, um „ihrer Empörung Ausdruck zu verleihen“. „Die Arbeitgeber haben es in der Hand, die Streiks zu Weihnachten jederzeit zu beenden!“, so Verdi-Verantwortliche Zimmer. „Wer auf ein gutes Weihnachtsgeschäft setzt, der muss zurück an den Verhandlungstisch und darf sich echten Verhandlungen nicht verweigern.“
Der Handelsverband Deutschland hat sich bislang nicht zu den angekündigten Streiks geäußert.