Wenn es dem Handel nicht gut geht, spürt das auch die Industrie. Entsprechend gingen volle Läger im Handel, die allgemeine Kaufzurückhaltung und die wirtschaftliche Schieflage einiger Unternehmen nicht spurlos an den Herstellern vorbei. In der Regel kommt es dabei zu einem zeitlichen Verzug.
Der Gesamtumsatz der deutschen Schuhhersteller ist demnach im ersten Halbjahr 2023 im Vergleich zum gleichen Vorjahreszeitraum leicht gestiegen. Von Januar bis Juni 2023 wurden 1,17 Mrd. Euro umgesetzt. Im ersten Halbjahr 2022 betrug der Umsatz 1,11 Mrd. Euro, wobei im vergangenen Jahr die Dynamik und der Umsatzzuwachs erst im zweiten Halbjahr deutlich zunahmen. Damit stieg der Umsatz der deutschen Schuhindustrie um rund 5,4%. Angesichts allgemein höherer Preise relativiert sich der Anstieg deutlich: Manfred Junkert sprach von einem „Null-Wachstum“.
Im Inland wurden Verkaufserlöse in Höhe von 865. Mio. Euro erzielt. Im Ausland lagen die Umsätze bei 304 Mio. Euro. Davon entfiel ein Umsatz von 190 Mio. Euro auf die Eurozone. Das entspricht einem Anteil von etwa 60%. Zum Vergleich: Im Vorjahr lag der Umsatz im selben Zeitraum bei etwa 834 Mio. Euro im Inland und 285 Mio. Euro im Ausland; davon rund 177 Mio. in der Eurozone.
Die Zahl der Betriebe mit 50 oder mehr Beschäftigten blieb mit 33 stabil. Insgesamt arbeiteten in diesen Betrieben im Mittelwert des ersten Halbjahres 2023 etwa 8.990 Beschäftigte in Deutschland. Im letzten Jahr waren es im Vergleichszeitraum etwa 8.067 Beschäftigten im Monatsdurchschnitt. Das bedeutet ein Beschäftigungsplus von etwa 11%. Nimmt man auch die kleineren Betriebe hinzu, arbeiten laut dem HDS/L etwa 17.000 Beschäftigte in der Schuhindustrie.
Die Ausfuhren von Schuhen stiegen im ersten Halbjahr 2023 gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Während im Vorjahr der Wert von Januar bis Juni bei etwa 4,5 Mrd. Euro lag sind in der ersten Hälfte 2023 Schuhe im Wert von 5,3 Mrd. Euro ausgeführt worden. Das entspricht wertmäßig einem Plus von 17,8%. Die wichtigsten Handelspartner in Europa waren für die deutsche Schuhindustrie Polen (763 Mio. Euro, +28,5%), Frankreich (519 Mio. Euro, +17,7%) und Italien (368 Mio. Euro, +23,5%).
Kumuliert wurden von Januar bis Juni 2023 Schuhe im Wert von 6,6 Mrd. Euro eingeführt. 2022 lag der Wert im ersten Halbjahr bei 6,5 Mrd. Euro. Das entspricht einem Plus von etwa 1,5%. China ist dabei das wichtigste Importland, schwächt sich in seiner Bedeutung allerdings ab. Es folgen Vietnam und Indien.