Offen für Neues
Komfortschuhe sind ein kostspieliges Segment. Für über die Hälfte liegen die Durchschnittspreislagen im Komfortschuhbereich bei zwischen 100 und 140 Euro. Bei 17,57% liegen die Durchschnittspreise sogar darüber, bei 21,62% darunter. Bei ihnen liegen die Preislagen zwischen 80 bis 100 Euro. Einig sind sich dafür alle bei den angesagten Themen. Hier konnten sich die üblichen vier Verdächtigen in den letzten Jahren weiter behaupten. Sneaker führen das Komfortschuhsegment mit 69,86% an, dicht gefolgt von Sandalen (65,75%) und Schnürhalbschuhen (60,27%). Pantoletten fallen mit 52,05% der Befragten etwas zurück, gehören aber definitiv zu den beliebtesten Themen. Weiter unten sind jedoch Loafer mit 16,44% auf dem Vormarsch, Stiefeletten suchen mit 8,22% noch ihren Platz.
Bei den Marken thront Waldläufer weit vorne auf dem ersten Platz. Komfortschuhe dieser Marke sind bei 77,03% der befragten Händlerinnen und Händler zu finden. Weitere Lieferanten finden sich erst bei der 50-Prozent-Marke. Gabor Komfort (51,35%), Finn Comfort (48,65%) und Legero (45,95%) teilen sich hinter Waldläufer die Mitte, weiter hinten folgen Remonte (33,78%), Ara (29,73%) und Rieker (25,68%). Auch Hartjes spielt bei vielen eine Rolle und scheint an Beliebtheit zu gewinnen. Viele weitere Marken sind ebenfalls vertreten oder werden nur von vereinzelten Händlerinnen und Händlern ausgewählt, grundsätzlich gilt jedoch die Devise: diversifizieren.
Einige Stimmen bemängeln sogar das Fehlen von grundsätzlich neuen Komfortschuhmarken. Hier kann die Industrie sicher noch die eine oder andere Lücke füllen und durchaus kreativer werden; das Orderverhalten zeigt, dass der Handel bereit für Neues ist.
Nichtsdestotrotz haben Händlerinnen und Händler auch hier mit Herausforderungen zu kämpfen. Allen voran die Konsumzurückhaltung setzt den Geschäften zu, ebenso die Preissteigerungen. Aber auch die Konkurrenz droht manchen aus verschiedenen Richtungen. Jeder zweite Händler bzw. Händlerin nehmen Konkurrenz durch den Direktvertrieb der Hersteller als herausfordernd wahr, während der Onlinehandel ebenfalls für viele (42,47%) problematisch ist. Außerdem bemängelt auch hier ein Drittel aller Befragten die fehlende Innovation in den Kollektionen. Diese Herausforderungen lassen sich zwar nicht ignorieren, vereinzelte Stimmen sehen jedoch verglichen mit anderen Bereichen weniger Grund zur Sorge. So heißt es beispielsweise in einem Kommentar: „Im Wellnessbereich ist die Welt relativ in Ordnung. Die Kundin braucht die persönliche Ansprache, wertschätzt kompetente Beratung und fordert sie auch ein. Wird ihre Erwartungshaltung erfüllt, kommt sie wieder und ist treu. Hier geht es sehr um Zuhören, Problemerkennung und Hilfestellung.“ Handel und Industrie sollten dementsprechend gemeinsam anpacken, um das volle Potenzial aus diesem Segment zu schöpfen – denn bewährt hat es sich bereits.