Der Schweizer Schuhhändler Daniel Walder, der in sechster Generation das gleichnamige Schuhhaus führt, stellte seine Arbeit mit dem Programm Needle vor. Needle besteht aus einer Stele mit einem Display, an dem die Kundinnen und Kunden Produkte im Laden einscannen können. Im Vordergrund steht bei Walder jedoch die App Needle Assistant, bei der die Mitarbeitenden am Handy den Bestand in der Filiale und dem gesamten Unternehmen nachschlagen können. Mehr Platz für Erlebnis zu schaffen war das Ziel. Mit dem ganzen Bestand auf dem Bildschirm ist es nicht mehr nötig, jeden Schuh in jeder Farbe und jeder Größe anbieten zu müssen. Der wichtigste Vorteil ist, dass das Personal die ganze Zeit beim Kunden bleiben kann. Denn wenn der Mitarbeiter im Lager suchen und den Kunden verlassen muss, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass dieser die Lust verliert und geht. Wenn es den Schuh in der Filiale gibt, kann der Mitarbeiter ihn direkt holen und auf der Fläche verkaufen. Wenn es ihn in einer anderen Filiale gibt, kann er dort für Click-and-Collect in den Laden bestellt werden oder direkt zum Kunden. Dafür kommuniziert die App mit dem Shop Commander. Beim Personal der Filiale, von der der Schuh bestellt wird, erscheint dann die Aufgabe, den Schuh zum Versand vorzubereiten.
Botschafter sind wichtig
Die Apps wurden auf iPhones installiert, da alle Mitarbeitenden wissen, wie sie damit umgehen müssen. Die Mitarbeitenden arbeiten laut Daniel Walder gerne damit und auch die Kunden reagieren positiv. Trotzdem hat der Händler das Programm zu Beginn erst in drei freiwilligen Botschafter-Filialen installiert. Denn zunächst gab es doch Startschwierigkeiten und dafür sei es wichtig, Mitarbeitende zu haben, die motiviert und vom grundsätzlichen Nutzen überzeugt sind. Diese könnten dann, wenn die Probleme behoben wurden, die Mitarbeitenden der anderen Filialen vom System überzeugen. Das sei der Schlüssel, um das System im ganzen Unternehmen zu etablieren: „Es ist wichtig, Leute im Team zu haben, die begeistert von der Lösung sind, und nicht nur der Chef.“ Wichtig war bei Walder außerdem der Ausbau des WLANs. Das Internet müsse überall auf der Fläche und im Lager funktionieren, sonst mache das System keinen Sinn, weiß der Händler: „Gerade wenn die Mitarbeiterin noch unsicher ist und sich dann die ganze Zeit nur der Ladekreis dreht – das ist dann einfach furchtbar.“ Unsicherheit gab es im Plenum bei der Frage, ob die Mitarbeitenden die Apps auch wirklich diszipliniert benutzen und regelmäßig die eingehenden Aufgaben aus den anderen Filialen abarbeiten. Das benötige Zeit, räumt Walder ein: mehr als es ein Verantwortlicher vielleicht gerne hätte. Aber irgendwann sind die Prozesse eingespielt und auf einmal ist es undenkbar, dass es mal ohne ging.